Ehefrau wollte ihren Mann mit den Kindern verlassen
Familienvater löscht seine ganze Familie aus

Ein 41-jähriger Familienvater hat seine ganze Familie getötet und sich danach selbst lebensgefährlich verletzt. Die Tat war der Gipfel einer über Monate dauernden Ehekrise. Der Mann tötete seine zwei Kinder, seine Ehefrau und seine Eltern. Einen Tag nach der Gräueltat verstarb er an seinen Verletzungen.

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HB RHEINFELDEN. Das beschauliche Einfamilienhaus im badischen Rheinfelden liegt still in der Nachmittagssonne. Doch hinter den Mauern spielen sich dramatische Szenen ab. Ein 41-jähriger Familienvater löscht seine gesamte Familie aus - zwei kleine Kinder und die Ehefrau sowie die eigenen Eltern. Die Nachbarn genießen die Sonne, sie bekommen von der Tragödie nebenan nichts mit. „Die Familie war völlig unauffällig“, sagt eine Nachbarin. Der Familienvater sei immer freundlich gewesen und habe sich rührend um seine Kinder gekümmert. Niemand in dem Wohngebiet könne sich erklären, wie es zu der Gewalttat gekommen sei. „Der Mann muss schwer verzweifelt gewesen sein.“

„Unseren Beamten bot sich ein Bild des Grauens“, sagt Kriminalhauptkommissar Uwe Wenk, der verantwortliche Ermittlungsbeamte, am Sonntag. Zwei Polizisten waren am Samstagnachmittag nach einem Notruf zu dem Haus der Familie gefahren, das in einem bürgerlichen Rheinfelder Wohngebiet liegt. Weil der Haustürschlüssel steckte, kamen die Beamten ungehindert in das Haus.

In dem Wohnhaus finden sie fünf Leichen und einen lebensgefährlich Verletzten, der sich nur noch mit einem Röcheln bemerkbar machen kann. Er hatte versucht, sich mit einem Schuss in den Kopf das Leben zu nehmen. Einen Tag später stirbt er in der Freiburger Universitätsklinik.

„Die Tat ist der Gipfel einer seit Monaten andauernden Ehekrise“, sagt Chefermittler Wenk. Die 30-jährige Ehefrau hatte nach mehr als sieben Jahre Ehe ihren Mann verlassen und war mit den Kindern in eine eigene Wohnung gezogen. Sie wollte die Scheidung, hatte den Angaben zufolge bereits einen neuen Partner.

„Damit ist der 41-jährige Familienvater nicht fertig geworden“, sagt Wenk. Er greift zur Waffe, tötet die 7 Jahre alte gemeinsame Tochter, den 4-jährigen Sohn sowie seine 74 und 79 Jahre alten Eltern. Die Kinder waren beim Vater, während die Mutter arbeitete und einkaufte.

Auch die aus Somalia stammende Ehefrau wird mit einem gezielten Kopfschuss getötet. Anschließend legt sich der Familienvater neben seine tote Frau ins Ehebett, verständigt die Polizei und richtet die Waffe gegen sich selbst. Alle seine Angehörigen sind tot.

„Wir haben im gesamten Haus keine Kampfspuren gefunden. Schreie oder Schüsse waren nach Angaben der Nachbarn auch nicht zu hören“, sagt Arno Englen, Chef der Lörracher Kriminalpolizei. „Es war ein gespenstisches Bild“, beschreibt Kripo-Kollege Wenk die Szenerie. Die Opfer lagen blutüberströmt in ihren Betten. Die Polizeibeamten, die im Einsatz waren, mussten psychologisch betreut werden.

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