Ehemalige persische Kaiserin
Spektakulärer Streit um Millionenerbe von Soraya

Prominente Namen, viel Geld und ein Testament auf einem Minizettel. Die persische Ex-Kaiserin Soraya hinterließ ihrem Bruder Millionen. Doch auch der starb im Jahr 2001. Seitdem wird um das Erbe gestritten.
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KölnEine prunkvolle kaiserliche Hochzeit in Teheran vor mehreren Jahrzehnten und ein gar nicht glanzvoller Streit um ein Millionenerbe - aktuell ausgetragen in Köln: Seit Dienstag beschäftigt ein spektakulärer Prozess um das Erbe der früheren persischen Kaiserin Soraya das Landgericht in der Domstadt.

Ein Mann namens Hassan F. auf der einen Seite und mehr als 20 überwiegend im Iran lebende Personen auf der anderen Seite hoffen auf viel Geld. Persönlich angereist sind sie nicht, sondern haben ihre Anwälte ins Gericht geschickt. Aus Saal 225 dringen keine Informationen. Nicht-öffentliche Sitzung. Trotzdem ist einiges bekannt über die außergewöhnliche Story.

Diese nimmt ihren allerersten Anfang schon 1951. Die 18 Jahre junge Soraya Esfandiary Bakhtiary heiratet den Schah von Persien. Die Schönheit mit deutsch-persischen Wurzeln wird Kaiserin. Eine Sensation. Doch schon 1958 verstößt Schah Mohammad Reza Pahlavi (1919-1980) die junge Frau, weil sie ihm keine Kinder geboren hat. Sie bekommt viele Millionen und eine Leibrente. 2001 stirbt der einstige Liebling der Regenbogenpresse einsam in Paris - und hinterlässt ein ansehnliches Vermögen.

Es geht aufsehenerregend weiter: Sorayas jüngerem Bruder Bijan Esfandiary fallen als Haupterben mehrere Millionen Euro aus dem schwesterlichen Nachlass zu. Doch Bijan stirbt eine Woche nach seiner berühmten Schwester. Für die Millionen interessieren sich seitdem zahlreiche Personen ganz außerordentlich. Auch Esfandiarys früherer Chauffeur und Privatsekretär Hassan F., der in einem - inzwischen aber für unwirksam erklärten - Testament zum Universalerben bestimmt wurde.

Anwalt Mustafa Bakrac - er vertritt in Köln 16 iranische Soraya-Verwandte - sagt der Nachrichtenagentur dpa vor Prozessbeginn: „Es ist ein langer juristischer Streit, der sich nun schon über zwölf Jahre hinzieht. Aber im Laufe der Jahre sind immerhin schon mehrere vermeintliche Angehörige aussortiert worden.“ Sie hätten ihre verwandtschaftlichen Beziehungen nicht einwandfrei nachweisen können. Ein angeblich leiblicher Sohn ist ebenfalls aus dem Rennen.

Jedes Jahr werden in Deutschland Häuser, Wertsachen und Geldsummen in Milliardenhöhe vererbt und immer wieder kommt es dabei zu heftigem Streit. Auch bei den Soraya-Millionen geht es im Kern um ein Testament. Das Kölner Amtsgericht - Sorayas Bruder lebte zuletzt in der Millionenstadt - hat den „letzten Willen“ Esfandiarys nach langer Prüfung und vielen Gutachten 2006 für ungültig erklärt.

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Der Zeitpunkt der Testaments-Niederschrift ist ausschlaggebend

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