Ehemaliges Trump-Kasino
Räumungsverkauf im „Weltwunder“ Taj Mahal

Donald Trump nannte es einst das achte Weltwunder: das Taj Mahal in Atlantic City. Der US-Präsident hat sich aus dem Prestigeprojekt schon vor Jahren verabschiedet. Nun wird der letzte Kitsch verscherbelt.
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New YorkDie österreichischen Kronleuchter müssen ebenso raus wie Flügel, Leopard-Sessel, Leder-umrahmte Pokertische mit eingebauten Gläserhaltern, verschnörkelte Spiegel und Straßenlaternen mit orientalischen Kuppeln. Kitsch vom Feinsten. Am Donnerstag hat der Räumungsverkauf des ehemaligen „Trump Taj Mahal“ in Atlantic City in New Jersey begonnen. Der neue Eigentümer „Hard Rock Cafe“ will von dem Stil seiner Vorgänger nichts behalten.

Das Glitzer-Kasino zwei Stunden südlich von New York war Donald Trumps großes Prestige-Projekt. „Das achte Weltwunder“ nannte der heutige US-Präsident das „Trump Taj Mahal Casino Resort“, als er es 1990 mit Michael Jackson als Ehrengast einweihte.

Ein Kasino der Superlative: Der 42 Stockwerke hohe Turm war das höchste Gebäude in ganz New Jersey und das Kasino das größte der Welt. Mehr als eine Milliarde Dollar hatte Trump mit seinen Geschäftspartnern investiert.

Doch schon bald stellte sich heraus, dass das Ganze viel zu teuer finanziert war und die Einnahmen nicht ausreichten, die Gläubiger zu bedienen. Außerdem machte dem Trump-Kasino die wachsende Konkurrenz zu schaffen, weil immer mehr Bundesstaaten Glücksspiel-Lizenzen verteilten.

Zurück blieben geprellte Bauunternehmer und Investoren. Trump selbst trennte sich 2009 endgültig von dem Projekt und kämpfte später auch dafür, dass sein Name aus dem Namen des Kasinos verschwindet, als der Niedergang auch nach außen immer sichtbarer wurde. Dennoch rühmt er sich in seinem Buch „The Art of the Deal“, dass er mit einem Gewinn aus dem Abenteuer hervorgegangen ist. Gehälter und Boni machen es möglich.

In Atlantic City, im Kern eine bettelarme Kleinstadt am Ozean, ist das Glücksspiel seit 1976 legal. Die Kasinos brachten Geld und Aufschwung, und einen Hauch Las Vegas an die Ostküste. Doch seit rund zehn Jahren steckt das Glücksspiel dort in der Krise.

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Räumungsverkauf im „Weltwunder“ Taj Mahal

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Zwei Monate läuft der Ausverkauf

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