Einsteins Nachlass
"Die Relativität wächst mir zum Hals heraus"

Die Hebräische Universität in Jerusalem hat zahlreiche persönliche Briefe aus dem Nachlass des Physikers Albert Einstein freigegeben. Die in deuscher Sprache verfassten Briefe geben neue Einblicke in Einsteins Beziehung zu seinen Frauen, Geliebten und Kindern.

HB JERUSALEM. Etwa 1400 Dokumente des Nobelpreisträgers Albert Einstein dürfen nun von der Öffentlichkeit eingesehen werden. Zwanzig Jahre nach dem Tod von Einsteins Stieftochter Margot gab die Hebräische Universität in Jerusalem zahlreiche persönliche Brief aus dem Nachlass des Physikers heraus. Der 1955 in Princeton gestorbene Einstein hatte der Hebräischen Universität seinen schriftlichen Nachlass vermacht. Seine Stieftochter Margot übergab der Hochschule 1984 auch die Briefe aus ihrem Besitz. Ihre Bedingung war jedoch, dass die privaten Briefe erst 20 Jahre nach Margots Tod veröffentlicht werden sollten.

Experten zufolge sind die in deutscher Sprache verfassten Briefe vor allem persönlicher Natur. Sie geben Einblicke vor allem in Einsteins Beziehungen zu seinen Frauen und Kindern oder in seine persönliche Marotten. So finden sich etwa Briefe an Einsteins zweite Frau Elsa und seine Stieftochter Margot sowie Briefe von seinen Söhnen und seiner ersten Frau Mileva.

In einem Brief an Elsa schreibt der Physiker 1921 aus Prag: „Jetzt wächst mir aber die Relativität bald zum Hals heraus! Auch so was verblasst, wenn man zuviel damit zu thun hat.“ In einem anderen Brief an Elsa schrieb Einstein nach einem Besuch in der Universität Oxford: „Es war eine hübsche Zeit und ich fange schon an, mich an den Smoking zu gewöhnen, wie in einer früheren Zeit an die Zahnbürste.“ Dagegen habe er „die ganze Zeit auch bei den feierlichsten Gelegenheiten keine Socken getragen und diesen Zivilisationsmangel durch das Tragen der hohen Stiefel verdeckt“.

In einem anderen Brief berichtete Einstein über Ethel Michanowki, mit der er romantische Beziehungen pflegte: „Es ist wahr, dass die M. mir nachgereist ist und mir ein bisschen arg nachläuft. Aber erstens konnte ich dies nicht wohl verhindern und zweitens sage ich ihr, wenn ich sie wiedersehe, dass sie sofort abdampfen soll (...) Von allen Weibsen bin ich doch nur Frau L. anhänglich, die absolut harmlos und brav ist und auch darin liegt keinerlei Gefahr fuer die göttliche Weltordnung.“

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