EKD-Ratsvorsitzender
Nikolaus Schneider legt sein Amt nieder

Nikolaus Schneider ist bis 2015 als Vorsitzender des Rats der Evangelischen Kirche in Deutschland gewählt, doch im November will er sein Amt aufgeben. Der Grund ist eine Erkrankung seiner Frau.
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DüsseldorfNikolaus Schneider wird am 10. November sein Amt als Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) niederlegen. Grund für den Rücktritt ist laut einer Mitteilung der EKD die Krebserkrankung von Schneiders Frau. Zunächst hatte „Spiegel Online“ darüber berichtet.

In der EKD-Erklärung wurde Schneider mit den Worten zitiert: „Die Begleitung meiner an Krebs erkrankten Frau macht diesen Schritt unerlässlich. Unserem gemeinsamen Weg will ich alle Zeit widmen. Dieser Wunsch ist mit meinen EKD-Ämtern nicht zu vereinbaren.“ Schneider und seine Frau Anne sind seit 1970 verheiratet. Am Nachmittag will der EKD-Ratsvorsitzende in Berlin eine Erklärung zu seinem Rücktritt abgeben.

Der 66-Jährige ist seit 2010 oberster Repräsentant der rund 23,4 Millionen evangelischen Christen in Deutschland. Er ist der Nachfolger von Margot Käßmann, die im Frühjahr 2010 nach einer Trunkenheitsfahrt zurückgetreten war. Schneider, 1947 in Duisburg geboren, war bis 2013 Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland und gehört seit 2003 dem Rat der EKD an.

Der Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, zeigte sich betroffen: „Nikolaus Schneider ist ein verlässlicher Brückenbauer in der Ökumene. Ich bin dem Ratsvorsitzenden für das vertrauensvolle Verhältnis dankbar. Mein Gebet wird ihn und seine Familie, vor allem seine Frau, begleiten.“

Im November wird die Synode, das Kirchenparlament der EKD, einen Nachfolger bestimmen. In ihr versammeln sich 126 Mitglieder aus den zwanzig evangelischen Landeskirchen Deutschlands. Die Synode tagt vom 9. bis 12.November 2014 in Dresden.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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