Elf Verletzte
In Hamburg droht eine Umweltkatastrophe

In Folge einer Kollision eines Schwefelsäure-Tankschiffs der Norddeutschen Affinerie sind in Hamburg Feuerwehrangaben zufolge elf Menschen verletzt worden. Neun Hafenmitarbeiter und zwei Polizisten seien mit Reizungen von Augen und Hautpartien ins Krankenhaus gebracht worden, sagte ein Sprecher der Hamburger Feuerwehr am Dienstag.

HB HAMBURG. Nach dem Sinken eines mit mehreren hundert Tonnen Schwefelsäure beladenen Tankschiffs im Hamburger Hafen droht nach Einschätzung von Umweltschützern eine Umweltkatastrophe. Sollte das Schiff bei der Bergung auseinander brechen und sich hoch konzentrierte Schwefelsäure in die Elbe ergießen, „wäre das eine Umweltkatastrophe“, sagte der Greenpeace-Schifffahrtsexperte Christian Bussau Reuters am Dienstag in Hamburg. Mit erheblichen Schäden für das Ökosystem der Elbe rechnet in diesem Fall auch Ninja Reineke vom WWF.

Das mit 960 Tonnen Schwefelsäure beladene Tankschiff „ENA 2“ war am Montagabend am Eingang des Petroleumhafens mit dem Containerfrachter „Pudong Senator“ kollidiert, gekentert und gesunken. Nach Angaben der Norddeutschen Affinerie (NA), für die das Spezialschiff unterwegs war, war der Schiffsführer angetrunken. Ihm liege das Ergebnis der Blutprobe aber noch nicht vor, sagte Firmenchef Werner Marnette. Mit der auf mehrere Tage veranschlagten Bergung des Schiffs soll frühestens am Mittwochmorgen begonnen werden.

Nach der Havarie waren den Angaben der im MDax notierten NA zufolge durch die Be- und Entlüftungsanlage etwa 3,2 Kubikmeter giftige Schwefeldämpfe ausgetreten. Dadurch seien neun Hafenarbeiter und zwei Polizisten verletzt worden, teilte die Feuerwehr mit. Tausende Fische verendeten im vergifteten Wasser.

Mit der Bergung der „ENA 2“ soll nach Angaben eines Feuerwehrsprechers am Mittwochmorgen begonnen werden. Ein Bergungskran aus Bremerhaven wurde am Abend in der Hansestadt erwartet. Dabei soll der Feuerwehr zufolge zunächst versucht werden, das Schiff leicht anzuheben. So wolle man an die Einfüllstützen herankommen, um das Schiff zu entladen und dann zu drehen. Sollte dies nicht möglich sein, müsse der volle Havarist gehoben werden. Dabei könne das Schiff auseinander brechen, sagte der Feuerwehrsprecher. „Die Gefahr besteht bei einem voll beladenen Schiff immer.“

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