Entführung eines sudanesischem Flugzeugs
Flugzeug-Geiseldrama beendet

Nach gut 24 Stunden ist die Entführung eines sudanesischen Verkehrsflugzeugs in Libyen ohne Blutvergießen beendet worden. Die beiden Täter ergaben sich nach Angaben der libyschen Luftaufsicht am Mittwochabend. Zuvor ließen sie bereits einen Großteil der Geiseln frei.

HB TRIPOLIS. Zuvor hatten sie im Laufe des Tages die 95 Passagiere aus afrikanischen Ländern und zwei weibliche Besatzungsmitglieder freigelassen. Sechs Besatzungsmitglieder hielten sie bis zuletzt fest. "Die beiden Geiselnehmer wurden in eine Halle des Flughafens Kufra gebracht, nachdem sie aufgegeben haben", sagte der Chef der libyschen Luftfahrtbehörde, Mohammed Schlibek, laut der amtlichen Nachrichtenagentur Jana. Die Täter hätten darum gebeten, als Flüchtlinge in dem nordafrikanischen Land bleiben zu dürfen.

Die Boeing 737-200 war am Dienstag auf dem Weg von der westsudanesischen Krisenregion Darfur in die Hauptstadt Khartum entführt worden und später bis in die Sahara-Oase Kufra im Südosten Libyens weitergeflogen. Die Geiselnehmer bezeichneten sich als Mitglieder einer sudanesischen Rebellenorganisation und verlangten einen Weiterflug nach Paris. Die dort ansässige Organisation dementierte jedoch, dass die Männer zu ihr gehörten. Eine andere Gruppe der Darfur-Befreiungsbewegung teilte mit, unter den Passagieren seien sieben ihrer Mitglieder, darunter drei Angehörige der Übergangsregierung der Provinz, die im Rahmen eines Friedensvertrags gebildet wurde.

Libyen hatte der Maschine wegen Treibstoffmangels eine Landeerlaubnis erteilt. Fast alle Passagiere stammten den Angaben zufolge aus dem Sudan - bis auf zwei ägyptische Polizeibeamte sowie zwei Äthiopier und eine Person aus Uganda. In Darfur herrscht seit etwa fünf Jahren Bürgerkrieg. Ausgebrochen war er zwischen regierungsnahen Milizen und Rebellen. Inzwischen sind die Aufständischen in mehr als ein Dutzend Gruppierungen zersplittert, die sich teilweise gegenseitig bekämpfen. Nach Schätzungen ausländischer Experten sind in den Auseinandersetzungen 200 000 Menschen getötet worden; 2,5 Mill. wurden aus ihren Dörfern vertrieben.

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