Entführung in den USA
Deutsche soll festgehalten worden sein

Eine Deutsche lernt im Internet einen Amerikaner kennen und reist zu ihm nach North Carolina. Sie wirft dem 45-Jährigen nun vor, sie mehrere Tage lang festgehalten und sexuell missbraucht zu haben. Er spricht von einem Missverständnis.
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ZebulonIm US-Bundesstaat North Carolina hat ein Mann nach Polizeiangaben eine Deutsche fast eine Woche lang gegen ihren Willen festgehalten und sexuell missbraucht. Der 45-Jährige lernte die russischstämmige Frau über eine Kontaktanzeige im Internet kennen, wie ein Polizeisprecher am Mittwoch sagte. Bei ihrer Ankunft in den USA soll er der Frau Geld und Handy abgenommen und sie fortan nicht aus den Augen gelassen haben, so die Anklage.

Die Frau sei vor einer Woche in die Vereinigten Staaten gekommen, sagte ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur dpa. Konkrete Angaben zur Person und Herkunft wollte er aber nicht machen. Sie befinde sich an einem sicheren Ort. „Es ist noch nicht klar, wann sie wieder nach Deutschland zurückkommen kann.“ Der mutmaßliche Täter sei in Untersuchungshaft.

„Ich glaube, sie ist bestimmt freiwillig hierhergekommen“, meinte Polizeichef Tim Hayworth am Dienstag auf einer Pressekonferenz. „Sie dachte, sie hätte im Netz einen netten Mann kennengelernt. Als sie dann hier eintraf, sah alles nicht mehr so rosig aus.“ Der mutmaßliche Täter habe gezielt nach einer Freundin oder Ehefrau in Deutschland und Russland gesucht.

Der Mann soll sein Opfer laut Staatsanwaltschaft mehrfach gewürgt haben. Ihm werden sexuelle Ausbeutung einer Erwachsenen und zweifache Körperverletzung vorgeworfen. Die Frau soll er bei sich in einem Lager in der Kleinstadt Zebulon festgehalten haben, in dem er Möbel restaurierte. Der 34-Jährigen gelang es schließlich, eine E-Mail an ihren Ex-Mann in Deutschland abzusetzen, der die Polizei alarmierte.

Die Beamten seien zu dem Lagerhaus gefahren, hätten allerdings niemanden vorgefunden. Daraufhin habe die Polizei den Mann telefonisch kontaktiert. „Eine Stunde später tauchte er mit dem Opfer in seinem Auto auf“, sagte der Polizeisprecher der dpa. Er sei nach eigenen Angaben auf einem Arbeitstermin gewesen. In dem Lagerhaus hätten pornografisches Material und Waffen herumgelegen, so der Sprecher. Die Polizei habe zudem ein verstecktes Schlafzimmer hinter der Wand eines Kleiderschrankes gefunden.

Vor Gericht bestritt der mutmaßliche Täter die Vorwürfe und sprach von einem Missverständnis. „Ich arbeite viel. Ich bin selbstständig und zahle alle meine Rechnungen“, sagte er einem Zeitungsbericht zufolge. „Ich muss mir einen Anwalt suchen, denn wenn ich im Knast bin, kann ich nichts (gegen die Vorwürfe) unternehmen.“ Der Richter legte eine Kaution von 90 000 US-Dollar fest.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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