Entführung
Wohl alle im Jemen Vermisste tot

Alle neun im Jemen entführten Ausländer sind am Montag wahrscheinlich tot. Nachdem zunächst die Leichen von drei deutschen Frauen entdeckt worden seien, seien später noch sechs weitere Tote gefunden worden, darunter drei Kinder, hieß es aus jemenitischen Sicherheitskreisen. Eine offizielle Bestätigung gibt es jedoch noch nicht.

HB SANAA. Bei den Opfern handelt es sich nach früheren Angaben um einen deutschen Arzt, seine Frau und seine drei Kinder sowie um zwei weitere Deutsche, einen Briten und eine Südkoreanerin. Die Erwachsenen hätten alle in einer Klinik im Jemen gearbeitet.

Die Leichen wurden den Angaben zufolge in der Provinz Saada gefunden. Die Frauen seien durch Schüsse getötet worden, hieß es. Im Auswärtigen Amt gab es dafür zunächst keine Bestätigung.

Der Krisenstab im Auswärtigen Amt bemühte sich um Aufklärung, wie ein Sprecher am Montag in Berlin bestätigte.

Das jemenitische Innenministerium hatte am vergangenen Wochenende mitgeteilt, die Gruppe sei in der nördlichen Provinz Amran von der schiitischen Rebellengruppe Abdulmalik al-Houthi verschleppt worden. Die Rebellengruppe erklärte jedoch, sie habe damit nichts zu tun.

Bei den verschleppten Deutschen, die im Auftrag einer Hilfsorganisation in einem staatlichen Krankenhaus der Stadt Saada beschäftigt waren, handelt es sich um ein Ehepaar mit drei kleinen Kinder sowie zwei Mitarbeiterinnen. Der Vater der Kinder arbeitete in der Dschumhuri-Klinik als Techniker, seine Ehefrau als Krankenschwester. Ihre Spur verlor sich in der Provinz Amran, die nördlich der Hauptstadt Sanaa liegt, an der Straße nach Saada.

An dem Tag, als die Deutschen und ihre zwei Begleiter verschwanden, hatten bewaffnete Angehörige eines Stammes 22 Ausländer freigelassen, die sie am Vortag nördlich von Sanaa gekidnappt hatten, um eine Forderung gegenüber der Regierung durchzusetzen. Einge von ihnen arbeiteten an einem anderen Krankenhaus in Saada.

In Jemen werden vergleichsweise häufig westliche Touristen oder Arbeiter entführt. Meistens werden sie nach der Zahlung von Lösegeld freigelassen, ohne dass es zu Gewalt kommt. Jemen ist das ärmste arabische Land. Die zunehmende Unruhe dort hat Befürchtungen geweckt, es könne sich zu einer Hochburg für radikalen Islamisten entwickeln.

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