Entlaufene Kuh Yvonne
Retter setzen auf Familienbeistand

Ernst ist mit seinen Versuchen gnadenlos gescheitert. Die entlaufene Kuh ließ sich von dem ehemaligen Zuchtbullen nicht aus dem Unterholz hervorlocken. Jetzt soll es ein Angehöriger Yvonnes richten.
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MühldorfWas Ernst nicht schaffte, soll jetzt Friesi richten: Um die entlaufene Kuh Yvonne endlich einzufangen, wird nun ihr Sohn Friesi auf die Wiese bei Zangberg in Oberbayern gebracht. Dort steht seit Mittwoch bereits der ehemalige Zuchtstier Ernst, um die ehemalige Milchkuh nach Wochen im Unterholz aus der Reserve zu locken. „Auf ihr leibliches Kind, mit dem sie zwei Sommer verbracht hat, reagiert eine Kuh immer“, sagte der Gründer des Tier-Gnadenhofs Gut Aiderbichl, Michael Aufhauser, am Freitag.

Im Zuge der Suche nach der Kuh habe er herausgefunden, dass Friesi an eine Maststation verkauft, aber noch nicht geschlachtet wurde. Deshalb habe er entschieden, den zweijährigen Bullen zum Gut Aiderbichl in Henndorf bei Salzburg zu holen. Noch am Freitagnachmittag erreichte Friesi den Angaben zufolge den Gnadenhof. In den Wald solle er nach einer einwöchigen Ruhephase gebracht werden. „Sonst läuft er uns auch noch weg“, betonte Aufhauser.

Während die Tierschützer alle Hoffnungen auf Friesi legten, verspotteten Unbekannte die großangelegte Suche nach der entlaufenen Kuh. Auf „Pro-Yvonne“-Plakaten forderten sie Freiheit für die Kuh. „Um richtig gute Milch zu geben, muss die Kuh in Freiheit leben“, schrieben die „Anonymen Kuh-Freunde“ mit Farbe auf Transparente und brachten sie entlang einer Straße in dem Waldgebiet an, wo Yvonne sich seit Monaten herumtreibt.

Der Salzburger Gutsverwalter von Aiderbichl, Hans Wintersteller, entdeckte die Plakate am Freitagmorgen und montierte sie ab. „Ich habe sie bei meiner Kontrollfahrt gefunden“, sagte er. Wer die Plakate angebracht hat, ist ihm ein Rätsel. „Die wurden alle mit der gleichen Handschrift geschrieben. Vielleicht ist es ein Jugendstreich.“

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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