Entwicklung in Fukushima
Regierung hinterfragt Tepcos Krisenplan

Die japanische Regierung verliert die Geduld mit AKW-Betreiber Tepco. Nachdem bekannt wurde, dass die Brennstäbe im Reaktor Fukushima trotz Krisenplan unbemerkt frei gelegen hatten, verlangt Tokio nun neue Vorschläge.
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TokioDie japanische Regierung stellt den Krisenplan des Betreibers der Atomruine Fukushima infrage. Es sei nötig, die vor einem Monat vorgelegte Planung zur Stabilisierung der Reaktoren zu überarbeiten, sagte Industrieminister Banri Kaeda am Freitag. Anlass ist die Mitteilung des Betreibers Tepco vom Vortag, wonach ein großer Teil der Brennstäbe im Reaktor 1 geschmolzen ist. Der Wasserstand zur Kühlung des Kernbrennstoffs sei erheblich niedriger als angenommen. Er erwarte, dass Tepco die Planung nun überprüfen werde, sagte Kaeda.

Regierungssprecher Yukio Edano entschuldigte sich unterdessen, dass erneut hochradioaktiv belastetes Wasser ins Meer gelangt ist. Tepco hat das Leck inzwischen nach eigenen Angaben wieder gestopft. Die Brühe war aus einem Schacht nahe der Meerwasseraufnahme für den Reaktor drei ausgetreten. Ein ähnliches Leck war im vergangenen Monat nahe dem Reaktor zwei entdeckt worden. Der Betreiberkonzern Tepco hatte am 17. April einen Krisenplan vorgelegt, wonach er die Lage in dem AKW in sechs bis neun Monaten unter Kontrolle bringen will.

Am Donnerstag war festgestellt worden, dass extrem heiße Brennstäbe offenbar die Hülle eines Reaktors beschädigt haben. „Es muss ein großes Loch geben“, sagte ein Manager der Betreiberfirma Tokyo Electric Power (Tepco) am Donnerstag. Nach Reparaturarbeiten am Reaktor 1 wurde demnach in dieser Woche festgestellt, dass der Kühlwasserstand im Druckbehälter fünf Meter unter dem Normalwert liegt. Das Leck sei schätzungsweise mehrere Zentimeter groß. Es sei wahrscheinlich, dass die Brennstäbe freigelegen hätten. Nach Darstellung von Tepco sind die Versuche, den Druckbehälter von außen zu kühlen, aber erfolgreich.

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