Erste Hamsterkäufen an Tankstellen
„Es ist wie das Jüngste Gericht“

Auch Stunden nach der Explosionsserie in einem der größten Tanklager Großbritanniens nördlich von London steht noch eine riesige Rauchwolke über dem Areal, die am Nachmittag auch große Teile Londons verdunkelte. Der Rundfunksender BBC sprach von der „größten Explosion in Europa in Friedenszeiten“. Es drohen weitere Detonationen. Die Ursache für die Katastrophe ist auch Stunden nach dem Unglück noch unklar. Möglicherweise hat aber Schlamperei zu dem Unglück geführt. An den Tankstellen kam es zu ersten Hamsterkäufen.

HB LONDON. Erste Vermutungen, ein Flugzeug sei in die mit Öl, Benzin und Kerosin gefüllten Tanks gestürzt, bestätigten sich ebenso wenig wie Befürchtungen, es handele sich um einen Terroranschlag. Die erste Detonation im Öldepot Buncefield bei Hemel Hempstead war so stark, dass sie in weiten Teilen Londons und Südostenglands zu spüren war. Nach Behördenangaben vom frühen Sonntagabend wurden 43 Menschen verletzt, offenbar nur einer davon schwer. Sie wurden in nahe gelegenen Krankenhäusern behandelt.

Riesige Flammen loderten in den Stunden danach gen Himmel, dichter Rauch hüllte die Gebäude in der Umgebung ein. Die Feuerwehr brachte den Brand nach mehreren Stunden unter Kontrolle. Dennoch wurde zunächst mit weiteren Explosionen gerechnet. 2000 Menschen wurden in Sicherheit gebracht. Auch Stunden nach den Explosionen stieg noch immer dicker Qualm mehrere Dutzend Meter hoch in die Luft. Im nahe gelegenen Flughafen Luton und auch in Heathrow wurde damit gerechnet, dass die Rauchsäulen den Flugverkehr beeinträchtigen könnten.

Berichte über einen Flugzeugabsturz als Unglücksursache wies die Polizei zurück. „Alles deutet zurzeit darauf hin, dass es sich um einen Unfall handelt“, sagte Whiteley. Aber man werde trotzdem wachsam bleiben. Die britische Bevölkerung steht noch immer unter dem Schock der Anschläge, die vier Selbstmordattentäter im Juli auf das Nahverkehrssystem der Hauptstadt verübt hatten. Dabei starben 52 Pendler.

Möglicherweise hat aber auch Schlamperei zu dem Unglück geführt: Nach der Pressekonferenz der Behörden gab es laut einem ZDF-Reporter Meldungen, dass Anwohner seit Tagen Benzingeruch in der Gegend bemerkt hätten. Ein Tankwagenfahrer habe gar davon berichtet, er habe schon vor Tagen ein Leck auf dem Gelände gesehen.

Wenige Stunden nach der Katastrophe verdüsterte sich auch der Himmel über dem 50 Kilometer südlich gelegenen London. Tausende Touristen, die am Sonntag im Herzen der britischen Metropole unterwegs waren, beobachteten verwundert, wie die Ausläufer einer überdimensionalen schwarzen Rauchwolke durch den zuvor noch strahlend blauen Herbsthimmel zogen.

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