EU-Beobachtungsstelle EMCDDA
Zahl der Drogentoten nimmt besorgniserregend zu

Die Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht der Europäischen Union schlägt Alarm. So sei die Zahl der Drogentoten 2017 wiederholt stark gestiegen. Die meisten Todesfälle stünden dabei in Verbindung mit Opioiden.
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Brüssel/LissabonDie Zahl der Drogentoten in Europa ist 2015 zum dritten Mal in Folge gestiegen. Die Entwicklung sei „besorgniserregend“, heißt es in dem am Dienstag in Brüssel veröffentlichten Jahresbericht 2017 der Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht der Europäischen Union (EMCDDA).

In den 28 Mitgliedstaaten der EU sowie in der Türkei und Norwegen starben 2015 den Angaben zufolge insgesamt 8441 Menschen an einer Überdosis. Dies entspreche einer Zunahme von sechs Prozent im Vergleich zu 2014, als 7950 Todesfälle registriert worden seien. Ein Anstieg der Zahl der Todesfälle sei 2015 in Deutschland, Litauen, den Niederlanden, Schweden, dem Vereinigten Königreich und der Türkei gemeldet worden, so die EU-Behörde.

Die EMCDDA hob hervor, dass die meisten Todesfälle in Verbindung mit Heroin und anderen Opioiden stehen. Es gebe „zunehmende Gesundheitsgefahren durch hochpotente synthetische Opioide“, die die Wirkungen von Heroin und Morphin imitieren, hieß es. Zudem gebe es Hinweise auf eine steigende Verfügbarkeit von Kokain, das vor allem in Süd- und Westeuropa konsumiert werde.

Die EU-Drogenbeobachtungsstelle mit Sitz in Lissabon liefert nur Daten und Statistiken. Die Prävention und Bekämpfung der Drogen-Probleme obliegen den Mitgliedsstaaten der Union.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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