Fahrrinne immer schmaler
Rheinpegel auf Tiefstand

Der Wasserstand des Rheins in Düsseldorf hat am Freitag einen historischen Tiefstand erreicht und sinkt weiter. Die Fahrrinne werde zudem immer schmaler, sagte ein Vertreter des Wasser- und Schifffahrtamtes Duisburg-Rhein. Ein auf Grund gelaufenes Frachtschiff auf der Donau und ein beschädigtes Passagierschiff auf dem Rhein kamen inzwischen wieder frei.

Reuters DÜSSELDORF/BERLIN. Der Pegelstand am Rhein in Düsseldorf sank am Nachmittag um sieben auf 76 Zentimeter. Damit wurde der historische Tiefststand vom 23. September 1991 erreicht. Bis zum Sonntag werde der Pegelstand voraussichtlich sogar auf 71 Zentimeter sinken, so die Vorhersage der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung. An anderen Stellen im Rhein seien bislang noch keine historischen Tiefststände gemessen worden, auszuschließen sei dies aber nicht, sagte der Gewässerkundler Hans-Achim Thelen vom Wasser- und Schifffahrtsamt Duisburg-Rhein.

Mittlerweile werde die uneingeschränkt nutzbare Fahrrinne auf dem internationalen Schifffahrtsweg immer schmaler, hob Thelen hervor. „Die Fahrrinne ist zwar noch die gewünschten 150 Meter breit, hat aber nicht mehr auf der ganzen Breite die geforderte Tiefe von 250 Zentimetern.“ Die Binnenschiffe müssten deshalb immer weniger Ladung an Bord nehmen, was die Fahrten immer weniger lohnend mache. „Ein Fahrverbot wird es aber nicht geben,“ betonte er. Die Schiffer müssten allerdings auf Ladung verzichten und auch vorsichtiger und langsamer fahren.

Der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB) hatte schon in der vergangenen Woche die wirtschaftlichen Folgen des Niedrigwassers beklagt und deshalb die Einführung eines Kurzarbeitergeld für die Branche angeregt.

Unterdessen kamen am Freitag zwei Schiffe wieder frei, die von dem geringen Wasserpegel gestoppt worden waren. Das am Donnerstag in der Donau bei Straubing auf Grund gelaufene Frachtschiff „Regnitz“ konnte am Freitag freigeschleppt werden, wie die Behörden mitteilten. Die Fahrrinne sei aber weiter blockiert, weil das Schiff den Grund des Flusses verschoben habe und die Fahrrinne erst wieder freigebaggert werden müsse. Wie lange dies dauere, lasse sich schwer vorhersagen.

Entwarnung gab es auch für ein Personenschiff der Köln-Düsseldorfer Rheinschifffahrt AG, das am Donnerstag einen aus dem niedrigen Wasser ragenden Gegenstand gerammt hatte, worauf Wasser eingedrungen war. Die rund 100 Passagiere hatten aber ohne Probleme von Bord gehen können. Der Schaden an der „MS Wappen von Köln“ sei geringer als zunächst erwartet und werde derzeit repariert, teilte die Reederei mit. Am Samstag sei das Schiff wieder im Einsatz.

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