Fehler des Air-France-Piloten?
Flugschreiber aus verunglücktem Airbus in Toronto geborgen

Einen Tag nach der Bruchlandung des Airbus der französischen Fluggesellschaft Air France ist der Flugschreiber (Blackbox) der Maschine gefunden worden. Unterdessen gibt es Spekulationen, die die Bruchlandung auf einen Pilotenfehler zurückführen.

HB TORONTO. Die kanadischen Flugbehörden erklärten, wegen des extrem schlechten Wetters habe in Toronto Alarmstufe rot gegolten, und die Maschine habe ausreichend Treibstoff zum Erreichen eines anderen Landeplatzes mit besserem Wetter gehabt. Dass sie dennoch landete „war die Entscheidung des Piloten“, sagte Brian Lackey, Vizepräsident der kanadischen Flugaufsichtsbehörde.

Inzwischen sind der Flugschreiber und das Tonband mit den Gesprächen aus dem Cockpit des Airbus A 340 geborgen worden. Das bestätigte Steve Shaw vom Flughafen Toronto kanadischen Medien. Sie würden nun von der kanadischen Flugsicherheitsbehörde untersucht, berichtete die Zeitung „Globe and Mail“ weiter.

Alle 309 Insassen hatten die Bruchlandung am Dienstagnachmittag (Ortszeit) wie durch ein Wunder überlebt. 43 Menschen, unter ihnen ein erst wenige Wochen altes Baby, wurden in fünf Krankenhäuser gebracht. 22 von ihnen erlitten nach Angaben der Airline Prellungen und andere leichte Verletzungen. Am Mittwochnachmittag (Ortszeit) waren noch 14 Menschen in Behandlung. Es war der erste größere Unfall einer Maschine des Airbus vom Typ A 340-300.

Kurz nachdem sich Passagiere und Besatzung in einer an dramatischen Szenen reichen Evakuierung in Sicherheit gebracht hatten, explodierte die Maschine am Dienstagnachmittag (Ortszeit) auf dem Flughafen der Millionenstadt Toronto. Sie kam aus Paris.

Die Maschine war bei Sturmböen in einem Gewitter mehr als 200 Meter über das Ende der regennassen Landebahn hinausgeschossen und in einer Senke zerbrochen. Das Großraumflugzeug brannte trotz des Einsatzes mehrerer Löschzüge der Flughafenfeuerwehr völlig aus. Experten sprachen angesichts der Tatsache, dass niemand ums Leben kam, von einem der größten Wunder der Luftfahrtgeschichte.

Nach Angaben von Air France konnten die 297 Passagiere und 12 Besatzungsmitglieder den Airbus verlassen, bevor die Maschine Feuer fing. Allerdings funktionierte wenigstens eine der Notrutschen nicht, so dass die Passagiere in die Tiefe springen mussten. Während Feuerwehrleute gegen die haushohen Flammen ankämpften, flohen viele der Geretteten auf eine nahe gelegene Autobahn und hielten in ihrer Not Fahrzeuge an.

Beim Abflug von Paris hatte der am Flughafen in Toronto verunglückte Air-France-Airbus keine technischen Probleme. Die Maschine sei am 5. Juli zuletzt kontrolliert worden, sagte Air- France-Chef Jean-Cyril Spinetta auf einer Pressekonferenz am Pariser Flughafen Roissy Charles de Gaulle. Seinen Angaben zufolge war der Flughafen von Toronto, der wegen schwerer Gewitter geschlossen worden war, kurz vor Landung der Air-France-Maschine von der kanadischen Flughafenbehörde wieder geöffnet worden. Spinetta wollte noch am Mittwoch nach Toronto fliegen, um die Untersuchungsarbeiten zu koordinieren.

Der kanadische Verkehrsminister Jean Lapierre erklärte, er sei darüber informiert worden, dass die Maschine wahrscheinlich zu spät auf der Runway aufsetzte. Kanada und Frankreich kündigten gemeinsame Ermittlungen an. Ein Team von 15 Experten beider Länder werde das Verhalten der Piloten, das Zusammenspiel zwischen ihnen und dem Tower sowie die Informationen und Anweisungen der Fluglotsen überprüfen.

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