Festnahme in Berlin
Mann gesteht über 60 Brandstiftungen an Autos

Nach der Serie von Autobränden der vergangenen Monate in Berlin hat die Polizei einen mutmaßlichen Täter gefasst. Der 27-Jährige habe über 60 Brandstiftungen gestanden, teilte die Polizei am Sonntag in Berlin mit.
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BerlinNach der Serie von Autobränden der vergangenen Monate in Berlin hat die Polizei einen mutmaßlichen Täter gefasst. Der 27-Jährige habe über 60 Brandstiftungen gestanden, teilte die Polizei am Sonntag in Berlin mit. Gegen den Mann wurde Haftbefehl erlassen. Er habe angegeben, aus „reinem Frust“ und einem diffusen Neid auf Mitmenschen gehandelt zu haben. Hinweise auf politische Motive gebe es nicht. Auf die Spur kam ihm die Polizei, nachdem sie regelmäßig nach Bränden die Überwachungskameras von öffentlichen Verkehrsmitteln in Tatortnähe ausgewertet hatte.

Zwischen Juni und Ende August soll der damals arbeitslose Deutsche, der bei seiner Mutter lebt, 67 Autos angezündet haben. Dabei seien auch 35 daneben geparkte Fahrzeuge beschädigt worden, teilt die Polizei mit. Insgesamt brannten in Berlin in diesem Jahr schon über 470 Fahrzeuge.

Unter anderem habe der Mann ein Fahrzeug in einem Carport angezündet, so dass sowohl das Carport-Dach als auch der Dachstuhl des angrenzenden Hauses Feuer fing. Die schlafenden Bewohner hätten sich retten können. In einem weiteren Fall seien Autos einer Vermietungsfirma direkt an einem Altersheim in Brand gesetzt worden, teilte die Polizei mit. Da dort auch eine Zapfsäule installiert war, habe das gesamte Heim geräumt werden müssen. Ende August stellte der Mann laut Polizei seine Taten ein, da er ab September eine Arbeit gefunden habe.

Die Polizei hatte im Zuge der drastisch gestiegenen Autobrände zunächst Nacht für Nacht rund 150 Beamte eingesetzt. Seit Ende August wurden sie zudem von der Bundespolizei unterstützt, so dass zeitweise bis zu 500 Polizisten nachts unterwegs waren. Außer in Berlin wurden auch in anderen deutschen Großstädten Autos angezündet.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) erklärte, zur Entwarnung gebe es auch nach der Festnahme keinen Anlass. Der mutmaßliche Täter sei wohl nicht einmal für ein Zehntel aller Anschläge in den vergangenen Monaten verantwortlich, sagte GdP-Chef Bernhard Witthaut der „Leipziger Volkszeitung“.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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