Festnahme
Russischer Mafia-Boss geht in Berlin ins Netz

Ein führendes Mitglied der russischen Mafia ist in Berlin festgenommen worden. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Michael Grunwald, bestätigte am Samstag Medienberichte, wonach der 55-jährige Mann am Donnerstag im Stadtteil Charlottenburg in Gewahrsam gekommen sei. Ihm werden diverse Delikte vorgeworfen.

HB BERLIN. Gegen den Mann liege ein europäischer Haftbefehl der spanischen Behörden vor. Das Kammergericht werde "so bald wie möglich" über die Auslieferungshaft entscheiden, sagte Grunwald der Nachrichtenagentur dpa. Laut "Spiegel" werden dem Mann Geldwäsche, Unterstützung einer kriminellen Vereinigung sowie diverse Urkundendelikte vorgeworfen.

Die spanische Polizei hatte am 13. Juni bei einer Großrazzia gegen die Russen-Mafia mindestens 18 Verdächtige festgenommen, unter anderen den mutmaßlichen Kopf der Organisation. Die Beamten durchsuchten Wohnungen und Luxusvillen in Madrid, Barcelona, an der Costa del Sol in Südspanien und auf Mallorca. Die aus der Gegend von Sankt Petersburg stammende Mafia soll im Jahr Dutzende Millionen Euro Schwarzgeld gewaschen haben. Ihren Mitgliedern wurden unter anderem Auftragsmorde, Waffenschmuggel und Bestechung zur Last gelegt.

Der jetzt in Berlin festgenommene Mann soll laut "Focus" die rechte Hand des Clanchefs sein. Er habe bis vor einem halben Jahr ein Restaurant in der Stadt betrieben. Erst kürzlich hätten sich mehrere Anführer der Mafia-Organisation Tambowskaja-Malyschewskaja in Berlin getroffen. Staatsanwaltschafts-Sprecher Grunwald bestätigte, der 55- Jährige sei "kein kleines Licht" innerhalb der Organisation.

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