Feuer in Oakland
Weitere Tote nach Lagerhaus-Party befürchtet

Es sollte eine ausgelassene Party in einer coolen Location werden. Doch dann brannte es in der Lagerhalle im kalifornischen Oakland und viele Menschen fanden den Tod. Die bange Frage lautet: Was ist mit den Vermissten?
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OaklandNach dem verheerenden Brand während einer Party in einem Lagerhaus in Kalifornien befürchten die US-Behörden weitere Todesopfer. Rund zwei Dutzend Menschen würden noch vermisst, sagte Polizeisprecher Ray Kelly am Samstagabend (Ortszeit) in Oakland vor Journalisten. Er warnte aber vor Spekulationen über die Opferzahl. Bislang konnte die Feuerwehr der Stadt in der Nähe von San Francisco neun Leichen bergen. Sieben von ihnen seien inzwischen identifiziert worden, berichteten örtliche Medien. Drei der Toten sollen Studenten sein.

Mit Hilfe von schwerem Gerät und Spürhunden suche die Feuerwehr in den Trümmern nach weiteren Opfern. Auch Flutlichter seien installiert worden. Es habe sich möglicherweise um den bislang folgenschwersten Gebäudebrand in der Geschichte Oaklands gehandelt. Das Lagerhaus wurde anscheinend illegal genutzt, eine Genehmigung für die Party gab es nicht, wie es weiter hieß.

Das Feuer brach am Freitag gegen 23.30 Uhr (Ortszeit) in dem zweistöckigen Gebäude aus. Wie es dazu kam, war zunächst unklar. Bilder aus der Nacht zeigten, wie große Flammen aus dem Lagerhaus schlugen. Mehr als 70 Feuerwehrmänner waren im Einsatz. Die Löscharbeiten zogen sich über mehrere Stunden hin. Das Dach stürzte ein, woraufhin auch die zweite Etage in Teilen einbrach.

Die Behörden richteten eine Anlaufstelle für Angehörige ein. Berichten zufolge befanden sich zwischen 50 und 100 Menschen auf der Party. Das örtliche NBA-Basketballteam der Golden State Warriors kündigte eine Spende von 50.000 Dollar (rund 47.000 Euro) für die Familien an. Vor ihrer Partie gegen die Phoenix Suns gab es am Samstagabend eine Schweigeminute für die Opfer.

Polizeisprecher Kelly sagte, nur wenige Menschen seien nach dem Brand in Krankenhäuser gebracht worden. „Es scheint so, als ob die Menschen es entweder nach draußen geschafft haben oder gar nicht.“ Ein Feuerwehrmann sagte, das Innere des Gebäudes habe einem Labyrinth geglichen.

Nach Angaben der Behörden gab es zwei Ausgänge. Die meisten der neun Toten hätten im zweiten Stockwerk gelegen, sagte Feuerwehrchefin Teresa Deloach-Reed. Dorthin führte nur eine provisorische Treppe. Nach ihren Angaben gibt es keine Erkenntnisse dafür, dass das Lagerhaus über eine Sprinkleranlage oder Rauchmelder verfügte.

Laut der Zeitung „East Bay Times“ lebten rund 50 Menschen in dem Gebäude. Künstler nutzten Räume als Ateliers. Die Stadt hatte am 13. November eine Untersuchung eingeleitet, nachdem es Beschwerden über eine illegale Nutzung gegeben hatte.

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