Finanzmarkt-Proteste
St. Paul's Kathedrale musste schließen

Zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg muss die St. Paul's Kathedrale in London schließen. Grund ist ein Camp von Demonstranten, die sich dort aus Protest gegen Ausuferungen auf dem Finanzmarkt niedergelassen haben.
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LondonDie ehrwürdige St. Paul's Kathedrale nahe der Londoner City hat wegen eines Protestcamps von Finanzmarktkritikern erstmals seit Jahrzehnten schließen müssen. Die Entscheidung am Freitag sei ihm sehr schwergefallen, sagte der Dekan der anglikanischen Kirchengemeinde, Graeme Knowles. Die Kirche hatte den Protest grundsätzlich begrüßt. Es drohten jedoch Gefahren unter anderem durch Campingfeuer im Kirchhof, sagte Knowles. Er rief die Demonstranten auf, den Platz zu räumen.

Hunderte Finanzmarktgegner hatten nach einer Demonstration am vergangenen Samstag das Gelände vor der Kirche in Beschlag genommen. Sie übernachten dort in einem Zeltlager. Eigentlich hatten sie in Anlehnung an die Proteste an der Wall Street in New York vor der Londoner Börse campieren wollen. Dort aber war nicht genug Platz.

Die in der Nähe der Börse gelegene Kirche hatte die Demonstranten wohlwollend aufgenommen, um ihnen Gelegenheit zur freien Meinungsäußerung zu geben. Allerdings hatte Knowles wiederholt darauf aufmerksam gemacht, dass die Kirche auch ihren Betrieb weiterführen müsse und auf Spenden von Besuchern aus aller Welt angewiesen sei. Die Kirche sei seit dem Zweiten Weltkrieg nicht geschlossen worden, berichteten mehrere Medien.

Die Behörden hätten ihn nun darauf hingewiesen, dass das Risiko zu groß geworden sei: „Wir haben eine juristische Verpflichtung, unseren Besuchern Sicherheit und Gesundheit zu garantieren.“ Auch die Demonstranten selber seien in Gefahr.

Knowles lobte den Protest. „Ich bin sehr dankbar für die friedliche Natur des Protestes. Ihr wisst, dass viele Menschen auf der ganzen Welt, darunter auch viele Christen, genau wie ihr der Meinung sind, dass unser Finanzsystem Ungleichheit und Ungerechtigkeiten mit sich bringt.“

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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