Forderungen wurden erfüllt
Kolumbianische Rebellen lassen deutsche Geisel frei

Nach gut zwei Monaten in Geiselhaft haben die kolumbianischen ELN-Rebellen heute eine junge Deutsche und einen Spanier freilassen.

HB BOGOTA. Die Deutsche Reinhild Weigel und ihr spanischer Leidensgenosse Asier Huegun Etxeberría seien „wohlauf und in bester gesundheitlicher Verfassung“, sagte der Menschenrechtsbeauftragte der kolumbianischen Regierung, Volmar Pérez. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) bestätigte, dass die Freigelassenen per Hubschrauber in die Stadt Valledupar geflogen worden seien. Als erstes telefonierten sie mit ihren Familien in Europa.

Die beiden gehören zu einer Gruppe von insgesamt sieben Ausländern, die am 12. September im Norden des Landes in der Sierra Nevada de Santa Marta verschleppt worden waren. Zuvor war die Hauptforderung des „Nationalen Befreiungsheeres“ (ELN) erfüllt worden. Eine Kommission aus Vertretern der Kirche und der Vereinten Nationen (UN) hat inzwischen begonnen, sich über die Menschenrechte in der unzugänglichen Region zu informieren. Sprecher der römisch- katholischen Kirche hatten deshalb die Hoffnung geäußert, dass die noch festgehaltenen vier Israelis und ein Brite bald frei kommen könnten.

Nach Angaben der Rebellen terrorisieren die Polizei, das Militär und rechte Paramilitärs die ortsansässige Bevölkerung, darunter viele Indios. Auch Präsident Alvaro Uribe hatte einigen Polizisten zu große Nähe zu den illegalen und als besonders brutal gefürchteten Paramilitärs vorgeworfen.

Der Tag der Freilassung war von einer Zitterpartie gekennzeichnet. Eine aus Kirchen-, UN- und kolumbianischen Menschenrechtsvertretern bestehende Kommission war in die unzugängliche Hochgebirgsregion geflogen. „Wir sind aber zuerst zu einem Ort geflogen, wo die Übergabe dann aber doch nicht stattfand. Daraufhin mussten wir noch mal nach Valledupar zurückfliegen, um aufzutanken“, sagte Pérez. Das IKRK teilte bei der vorzeitigen Rückkehr bereits die erfolgte Freilassung an und musste sich später korrigieren.

Die Vermittler in der Geiselkrise hoffen nun, dass auch die Israelis Beni Danle, Orcaz Ohayan, Ido Guy und Erez Eltawin sowie der Brite Mark Henderson noch vor Weihnachten freikommen könnten. Das ELN hält etwa 4000 Mann unter Waffen und ist die zweitgrößte Rebellengruppe des Landes.

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