Fränkischer Inzestfall
Das perverse Tochterbild des Adolf B.

Im fränkischen Inzestfall hat der Vater das inzestuöse Verhältnis mit seiner Tochter zwar gestanden. Den Vorwurf der Vergewaltigung weist der 69-Jährige allerdings zurück. Drei Söhne zeugte er mit seiner Tochter.
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NürnbergIm Rollstuhl wird Adolf B. in den Gerichtssaal geschoben. Den Fuß hat er sich im Gefängnis gebrochen, auch sonst geht es ihm nicht gut. Seit 1995 ist der 69-Jährige Rentner. Damals hat seine Tochter Renate, so sagt sie
selbst, ihm heimlich Schlafmittel verabreicht, weil sie ihn von sich fernhalten wollte. B. stürzte, brach sich den Schädel, wurde Frührentner. Renate habe an jenem Tag nur deshalb nicht gewollt, weil er „besoffen" gewesen sei, sagt B.

Dass seine Tochter ihm das Schlafmittel gegeben hat, weil seine Annäherungen für sie nicht freiwilliger Sex, sondern Vergewaltigungen waren, will B. nicht glauben - so, wie ihm viele unangenehme Wahrheiten offenbar
nicht passen.

Es ist ein unfassbarer Fall, der seit Montag vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth verhandelt wird und der sich mitten in dem fränkischen Dorf Willmersbach mit gerade mal etwas mehr als 300 Einwohnern
abgespielt hat. In Willmersbach soll sich der Angeklagte seit ihrem zwölften Lebensjahr über seine Tochter hergemacht haben, 34 Jahre lang.

Gesichert ist, dass diese drei Söhne vom Vater bekam - zwei starben kurz nach der Geburt, der lebende Sohn ist behindert. Im Ort wollen viele schon lange etwas geahnt haben. Doch niemand ging zur Polizei. So endeten die Übergriffe erst, als die Tochter selbst straffällig wurde und sich ihrer Bewährungshelferin anvertraute. Im März kam ihr Vater ins Gefängnis.

In der Anklage vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth ist von knapp 500 Vergewaltigungen die Rede. Im Elternbett, im Schlafzimmer der Tochter und auf dem Rücksitz ihres Autos sollen Adolf B. ihr Gewalt angetan
haben. B. soll im Auto sein Messer genommen und seine Tochter damit bedroht haben, bevor er gewaltsam in sie eindrang. Er soll die heute 46-Jährige immer wieder zum Analverkehr gezwungen haben. Schläge, Haareziehen und anderes gehörten für ihn dazu.

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Das perverse Tochterbild des Adolf B.

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„Da hat sie selber mitgemacht."

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