Fünfjährige Wartezeit übergangen
Papst Johannes Paul II. wird bald selig gesprochen

Johannes Paul II. soll rasch selig gesprochen werden. Sein Nachfolger Papst Benedikt XVI. kündigte an, von der sonst üblichen fünfjährigen Wartezeit nach dem Tod abzusehen - eine Neuerung in der katholischen Kirche.

ROM. Benedikt XVI. ordnete an, der Prozess zur Seligsprechung Johannes Pauls solle sofort beginnen. Normalerweise dauert es mindestens fünf Jahre oder viele Jahrzehnte, bis die katholische Kirche Gläubige selig spricht.

Eine große Ausnahme war die Ordensschwester Mutter Teresa, die 2003 nur sechs Jahre nach ihrem Tod in den Stand der Seligen erhoben wurde. Es war eine der schnellsten Seligsprechungen in der Kirchengeschichte.

Schon bei der Beerdigung Johannes Pauls hatten Gläubige auf dem Petersplatz eine sofortige Selig- und Heiligsprechung gefordert. Selige können von Gläubigen in ihren Ortskirchen, Heilige in der ganzen Welt verehrt werden.

Das Verfahren zur Seligsprechung ist in der katholischen Kirche streng geregelt. Zunächst werden die Schriften und der Lebenswandel der „Diener Gottes“ geprüft. In der Regel ist der Märtyrertod für den christlichen Glauben oder das Vollbringen eines Wunders neben einem tadellosen Lebenswandel als Christ die Voraussetzung.

Bei fast allen Wundern handelt es sich um Heilungen. Dabei geht es aber nicht um Wunder, die sich zu Lebzeiten des „Kandidaten“ ereignet haben. Vielmehr müssen die (künftigen) Seligen nach ihrem Tod etwa erfolgreich um Hilfe für Kranke angerufen werden. Mehrere unabhängige Ärzte müssen danach bestätigen, dass es für die Heilung keine wissenschaftliche Erklärung gab.

Papst Johannes Paul II. selbst hatte über 1300 Menschen selig und mehr als 460 heilig gesprochen. Die Seligsprechung gilt als eine Art „Vorstufe“ zur Heiligsprechung. Kritiker warfen dem Vorgänger Benedikts XVI. wegen der hohen Zahl einen inflationären Gebrauch vor.

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