Gastspiel zum Bühnenjubiläum von Béjart
Béjarts Junior-Compagnie gastiert in Berlin

Klassisches Ballett, moderne Choreografien und Folklore: Schüler von Maurice Béjart zeigen in Berlin einen Querschnitt durch die internationale Tanzkultur.

HB BERLIN. Zum 50. Bühnenjubiläum von Maurice Béjart präsentieren Schüler des französischen Choreografen eine kontrastreiche Collage aus Ballett, Chorgesang und Ethno-Tänzen. Bis zum 4. Juli ist die Compagnie Rudra Béjart aus Lausanne im Haus der Berliner Festspiele zu Gast. Die Show beginnt martialisch mit einer Demonstration asiatischer Kampfkunst. In hautenge, goldgelbe Kostüme gekleidete Tänzer huldigen dann in Martha Grahams modernem Stück «Helios» der Sonne. Als Hommage an das klassische Handlungsballett folgen Auszüge aus Alexander Glasunows «Raymonda», mit dem einst auch Rudolf Nurejew an der Wiener Staatsoper Erfolge feierte.

Die Darbietungen des Abends gehen fließend ineinander über. Neun männliche Tänzer interpretieren Griechische Tänze von Maurice Béjart zu Musik von Mikis Theodorakis. Zu den großen Stars des Abends gehört Oscar Chacón, der mit ebenso kraftvollen wie eleganten Sprüngen über die Bühne wirbelt.

Im zweiten Teil der Show stellt die Truppe eigene Produktionen vor, wie «A Coeur ouvert, Rudra» von Carolyn Carlson. Barockmusik und moderner Tanz verbinden sich miteinander in «Vivalcita», einer Choreografie zu einem Violinkonzert von Antonio Vivaldi.

Benannt ist die 1992 gegründete «école de danse» nach Rudra, der indischen Göttin des Tanzes. Ziel Béjarts und seines Co-Schulleiters Michel Gascard ist denn auch eine umfassende Ausbildung mit multikulturellen Akzenten. International bekannte Künstler unterrichten die etwa 40 Eleven deshalb auch in indischem und afrikanischem Tanz, Theater, Gesang, Percussion und japanischem Säbelfechten (Kendo).

Mit traditionellem Tanz aus Südindien und einer furiosen afrikanischen Trommeleinlage verabschiedet sich die Compagnie schließlich vom Publikum.

An der Schule werde nicht nur der Körper trainiert, sagt Gascard. Auch der Geist der jungen Tänzer solle sich öffnen und bilden. Dass diese Synthese möglich ist, zeigt sich an den fulminanten Darbietungen - die durch einige kleine Wackler nicht getrübt werden.

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