Gefahr für Ökosystem
Spreewald auf dem Trockenen

Noch gleiten die berühmten Spreewald-Kähne in Lübbenau, Lübben oder Burg durch die malerischen Spreefließe, doch schon bald könnten die Fährmänner mit ihren traditionellen Gefährten auf dem Trockenen stehen.

HB POTSDAM. Die wochenlange Dürre lässt den Pegel der Spree ständig sinken, schon fließt das Wasser vielerorts nicht mehr. Die Folge: Fische und andere Flussbewohner sterben, Berlin am Unterlauf des Flusses bekommt kaum noch frisches Wasser. Für die weit verzweigten, mehr als 350 schmalen Flussarme, an denen Dörfer und kleine Städte liegen, ist der Spreewald südlich von Berlin bekannt.

Der Fluss ist die Lebensader der Region. Landwirte bewässern daraus ihre berühmten Gurkenfelder, Touristen lieben die idyllischen Kahnfahrten und selbst die Postfrau kommt im Sommer über das Wasser. „Mittlerweile aber ist die Schiffbarkeit der Spreewaldfließe gefährdet“, klagt der Präsident des Brandenburger Landesumweltamtes, Matthias Freude, mit Blick auf den sinkenden Pegel.

Ganz Deutschland dörrt seit Wochen unter der Hitze aus, in der Spreewaldregion Lausitz aber ist die Situation noch extremer als in den meisten anderen Gegenden. „Wir haben in Potsdam und Berlin wegen mehrerer Gewitter im Juli bisher wenigstens 55 Liter Niederschlag pro Quadratmeter gemessen“, berichtet Freude. „In Cottbus waren es dagegen ganze zwei Liter pro Quadratmeter. Und schon im Juni haben wir dort weit unter 20 Prozent der sonst üblichen Regenmenge registriert.“

Dazu kommt die hohe Verdunstung während der derzeitigen Hitzeperiode. „Und viel Wasser geht verloren, wenn die Besitzer von tausenden Gärten diese direkt aus den Fließen beregnen“, erläutert der Mann von der Umweltbehörde. Längst hat sein Amt die Schleusen der Talsperre Spremberg weiter flussaufwärts geöffnet, eine Million Kubikmeter Wasser täglich rauschen von dort zusätzlich in die Spree. „Wir geben mehr als elf Kubikmeter pro Sekunde in den Fluss ab, aber unterhalb des Spreewaldes kommt nur ein Kubikmeter davon noch an“, sagt Freude. „Das ist in dieser Größenordnung ein neues Phänomen.“

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