Germanwings-Unglück
Flugunfallexperten weisen Vorwürfe zurück

Die Ermittler lassen keinen Zweifel an der Schuld von Andreas L: Er habe eine Germanwings-Maschine vor zwei Jahren absichtlich in einen Berg gesteuert. An der Auffassung ändert auch öffentliche Kritik der Familie nichts.
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HannoverDie deutschen Flugunfallexperten der BFU halten auch nach Kritik weiterhin an der offiziellen Ursache des Germanwings-Unglücks 2015 fest. Es gebe keine Zweifel am Abschlussbericht der französischen Behörden, sagte ein Sprecher der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) in Braunschweig. Demnach hat Copilot Andreas L. den Jet absichtlich gegen ein Felsmassiv gesteuert. Zuvor hatte der Vater von L. auf einer Pressekonferenz die Ermittlungsergebnisse angezweifelt.

Neben der Braunschweiger Behörde waren an der Untersuchung auch Ermittler aus Spanien, Großbritannien und den USA beteiligt gewesen. Außerdem waren technische Berater der europäischen Luftsicherheitsagentur EASA sowie flugmedizinische Experten aus mehreren Ländern im Einsatz.

Wörtlich erklärte der Sprecher am Freitag: „Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung weist die gegen die BFU und den akkreditierten Unfalluntersucher (...) erhobenen Vorwürfe zurück.“ Alle Angehörigen seien im Laufe des Untersuchungsverfahrens mehrfach über den Stand der Untersuchung informiert und auch einzelne Fragen seien beantwortet worden. „Aus der Sicht der Sicherheitsuntersuchung bestehen auch keine Zweifel an der Handlungsfähigkeit des Copiloten, als er alleine im Cockpit war“, so der Behördensprecher.

Wie im Abschlussbericht dargestellt, sei aber letztlich eine klare psychiatrische Diagnose nicht möglich gewesen. Durch Verweise auf das Zeugnisverweigerungsrecht und auf die ärztliche Schweigepflicht konnten Sachverständige der Untersuchungsbehörden keine detaillierte psychiatrische Diagnose bestimmen. Prinzipiell beteilige sich die BFU nicht an Spekulationen und der Vertretung bestimmter Interessen. Untersuchungen durch die Sicherheitsuntersuchungsbehörden dienten lediglich dem Zweck, dass sich Unglücke nicht wiederholten.

Unterdessen reichte der Hinterbliebenen-Anwalt Christof Wellens nach eigenen Angaben mehrere Klagen beim Landgericht Düsseldorf ein, in denen er höhere Schmerzensgelder für fünf Opfer fordert. „Teilweise haben nahe Angehörige noch nichts erhalten, teilweise nur den Betrag in Höhe von 10.000 Euro“, teilte er auf Anfrage mit. Dies werde dem Leid, dem die Angehörigen nun schon zwei Jahre ausgesetzt seien, nicht gerecht.

Das Gericht konnte den Eingang der Klagen am Freitag zunächst nicht bestätigen. Der Chef des Germanwings-Mutterkonzerns Lufthansa, Carsten Spohr, hatte vor einem Jahr gesagt, dass nächste Angehörige ohne weitere Prüfung 10.000 Euro bekommen sollen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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