Golf von Mexiko
„Stan“ fordert mehr als 160 Tote in Mittelamerika

Wirbelsturm „Stan“ hat in den Ländern am Golf von Mexiko mindestens 163 Menschenleben gefordert. Rund 10 000 Menschen wurden in Notunterkünften untergebracht, weil ihre Hütten von überschwemmten Flüssen weggespült oder unter tonnenschweren Schlammlawinen begraben wurden.

HB TECPAN/MIAMI. Damit verdoppelte sich die Zahl der Toten innerhalb eines Tages, nachdem die heftigen Regenfälle am Mittwoch Flüsse im Süden Mexikos über die Ufer treten ließen. Rettungsmannschaften stießen in entlegenen Orten Guatemalas und El Salvadors auf dutzende vom Schlamm begrabene Leichen. Die Regierung Guatemalas rechnete mit einem weiteren Anstieg der Totenzahl. Allein im Westen des Landes könnten hunderte Menschen gestorben sein. „Stan“ war am Dienstag mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 128 Kilometern pro Stunde als Hurrikan der Kategorie Eins südöstlich der Stadt Veracruz auf die mexikanische Golf-Küste getroffen. Inzwischen hat er sich zwar deutlich abgeschwächt, doch sollen die starken Regenfälle in der Region noch die ganze Woche anhalten.

Nahe der Hauptstadt Guatemalas, Guatemala-Stadt, wurden nach den Überschwemmungen einige Familien vermisst. Die Behörden gehen von bislang 79 Toten aus. Vor allem in Armenvierteln wurde zahlreiche Häuser zerstört. „Eine ganze Menge Leute kamen einfach nicht rechtzeitig raus“, sagte ein Anwohner der Stadt Tecpan. Etliche Menschen sind inzwischen in Notunterkünften untergebracht. In El Salvador, wo bisher 62 Todesopfer gezählt wurden, war die Situation ähnlich dramatisch. „Ich habe mich wie ein Wurm gefühlt, der sich seinen Weg durch den Schlamm bahnt“, berichtete ein Mann in der Hauptstadt San Salvador, der seine Mutter und fünf Kinder verlor. Sein Haus war unter zwei Meter hohen Geröllmassen begraben worden.

Fernsehbilder aus dem südmexikanischen Bundesstaat Chiapas zeigten, wie Anwohner vor den reißenden Fluten flohen und um ihr Leben rannten. Manche schafften es noch, Möbel und Kühlschränke aus ihren Häusern zu tragen, bevor die Gebäude einstürzten. Rettungskräfte brachten mit Militärhubschraubern Babys, Kinder und ältere Menschen in Sicherheit, während Angehörige weinend zurückblieben. Insgesamt flohen zehntausende Menschen vor dem Hurrikan.

„Stan“ weckte Erinnerungen an Hurrikan „Mitch“, der Mittelamerika 1998 verwüstete und rund 10 000 Todesopfer gefordert hatte. Meteorologen zufolge brachte „Stan“ allein Guatemala in fünf Tagen halb so viel Wasser wie „Mitch“ in drei Tagen. Für die Kaffeebauern ist der Zeitpunkt denkbar ungünstig, da die Ernte gerade beginnen sollte. Viele fürchten nun große Verluste.

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