Grippewelle
15 000 Neuinfektionen pro Woche

Die Zahl der Schweinegrippe-Patienten steigt weiter kräftig an, mindestens 2000 Menschen infizieren sich täglich neu. Die Dunkelziffer liegt um ein vielfaches höher. Doch auch die Impfung hat ihre Tücken: In Thüringen gab es nach der Immunisierung einen Todesfall.
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HB HAMBURG. In Deutschland infizieren sich mittlerweile mehr als 15 000 Menschen pro Woche mit der Schweinegrippe. So viele Fälle würden gemeldet, erläuterte Gérard Krause, Infektionsexperte am Robert-Koch-Institut, im "Morgenmagazin" des ZDF. "Und das sind nur die laborbestätigten Fälle." Viele Erkrankungen würden gar nicht erst erfasst, da das Meldesystem geändert worden sei. "Ärzte werden jetzt gebeten, keine Verdachtsfälle mehr zu melden, sondern nur die laborbestätigten Fälle und Todesfälle." Ein Nachweis im Labor werde aber nur bei ungewöhnlichen Krankheitsverläufen angestrebt.

In Thüringen ist ein 55-jähriger Mann etwa einen halben Tag nach der Impfung gegen Schweinegrippe gestorben. Das bestätigte Thüringens Gesundheitsministerin Heike Taubert (SPD) der in Erfurt erscheinenden "Thüringer Allgemeine". Nach Informationen der Zeitung hatte sich der Mann am Donnerstagmorgen impfen lassen und starb dann in der Nacht zu Freitag bei sich zu Hause. Über Vorerkrankungen oder Unverträglichkeiten des Verstorbenen sei bislang offenbar nichts bekannt.

Der zuständige Amtsarzt habe ihr zugesichert, dass ein möglicher Zusammenhang zu der Impfung gegen die Schweinegrippe untersucht werde, erklärte Taubert. "Ich rechne im Lauf der Woche mit den Ergebnissen", sagte die Ministerin. Sie gehe davon aus, dass dazu auch eine Obduktion vorgenommen werde. Dies sei die einzige Möglichkeit, sicher zu klären, ob ein Zusammenhang zur Impfung besteht.

Trotz des Todesfalls rief Taubert die Thüringer erneut auf, sich gegen die sogenannte Neue Grippe impfen zu lassen: "Es ist aber wichtig, sich vorher mit dem Hausarzt über eventuelle Unverträglichkeiten oder Vorerkrankungen zu beraten", sagte die Gesundheitsministerin.

Bereits am Dienstagabend war in Weimar eine 65-Jährige mit schweren Vorerkrankungen einige Stunden nach der Schweinegrippe-Impfung an Herzschwäche gestorben, wie die Zeitung weiter schreibt. Die Frau hatte offenbar bereits zwei Herzinfarkte und mehrere Herzattacken hinter sich und lebte mit einem Schrittmacher. Nach Ansicht des zuständigen Amtsarztes gebe es keinen ursächlichen Zusammenhang zwischen dem Tod der Frau und ihrer Immunisierung gegen die Schweinegrippe. Eine bereits vom Gesundheitsministerium angekündigte Obduktion habe der Witwer allerdings abgelehnt.

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