Gruselparty statt Reformationstag
Bischöfe kritisieren Halloween

Führende Kirchenvertreter haben den zunehmenden Kult um das Halloween-Fest angeprangert. „Die Vorstellung, dass die Geister Verstorbener wiederkehren, verträgt sich nicht mit dem christliche Glauben“, sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Wolfgang Huber.

HB FRANKFURT/M. Zudem kritisierte er, dass dieses Spektakel ausgerechnet am Reformationstag stattfinde. Auch der Erzbischof von Berlin, Georg Kardinal Sterzinsky, lehnt Halloween ab: „Da ist überhaupt keine geistliche Idee dahinter“, sagte er.

Huber warnte davor, den Reformationstag zu Gunsten der „Gruselparty“ Halloween aufzugeben. Das Reformationsfest sei kein nostalgischer Blick zurück, sagte er in seiner Predigt in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche am Dienstag laut vorab verbreitetem Redetext. Jung und Alt verbinde die Frage, wie man unter den komplexen Anforderungen dieser Zeit eine eigenständige Person sein könne, die in Freiheit ihre Individualität entfalte und dabei das Wohl der anderen Menschen im Sinn behalte.

Halloween sei kein christliches Ereignis und werde in der Kirche auch nicht gefeiert, betonte Huber. Nach dem christlichen Glauben seien Verstorbene bei Gott geborgen; sie brauchten nicht umherzugeistern, sagte der Bischof.

Auch Sterzinsky lehnt die Halloween-Feiern ab. „Ich mag's gar nicht. Und die es mögen, die wissen wahrscheinlich auch nicht, warum sie darauf angesprungen sind. Das ist eine Welle, von Amerika rübergeschwappt“, sagte der katholische Geistliche im Fernsehsender N24. Was von Amerika komme, gelte immer als modern. „Aber da steckt glaube ich keine spirituelle Kraft dahinter. Da ist überhaupt keine geistliche Idee dahinter“, kritisierte Sterzinsky.

Der evangelische Landesbischof von Bayern, Johannes Friedrich, regte an, den Reformationstag zu einem bundesweit arbeitsfreien Feiertag zu machen. Wenn er sogar in Chile landesweiter Feiertag sei, dann müsse das im Mutterland der Reformation bis zum 500. Jahrestag von Martin Luthers Thesenanschlag 1517 auch möglich sein, fordert Friedrich laut vorab verbreitetem Predigttext in der Schlosskirche Wittenberg.

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