H1N1
Schweinegrippe: Erster Todesfall in Europa

Das erste Todesopfer der Schweinegrippe in Europa ist vermutlich eine 38 Jahre alte Frau, die erst vor kurzem ein Baby zur Welt gebracht hatte. Wie britische Medien berichteten, sei das Kind am 1. Juni zwei Monate zu früh geboren worden. Ärzte hatten bisher nur bestätigt, dass das Opfer schon vor der Schweinegrippe-Infektion Gesundheitsprobleme gehabt habe.

HB LONDON. Die Frau war eine von zehn Patienten, die in dem Krankenhaus im schottischen Paisley nahe der Stadt Glasgow wegen der Schweinegrippe behandelt worden waren. Wie die "Times" berichtete, hat sich das Baby nicht angesteckt. Es sei aber wegen der Erkrankung der Mutter zu früh zur Welt gekommen.

Der Todesfall ist der erste außerhalb des amerikanischen Kontinents. Dort sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits 145 Menschen an dem H1N1-Virus gestorben. Die meisten Fälle hat es bisher in Mexiko gegeben. Dort starben nach WHO-Angaben 108 Menschen. In den USA sind 27 Menschen an der Grippe gestorben.

In der vergangenen Woche hatte die WHO die Schweinegrippe zur Pandemie erklärt und die höchste Alarmstufe sechs ausgerufen. In Schottland sind fast 500 Schweinegrippe-Fälle aufgetreten. Insgesamt hat das Vereinigte Königreich bisher 1261 Fälle gemeldet.

Unterdessen schließt der Pharmakonzern Novartis kostenlose Grippeimpfstoffe für arme Länder aus. Entwicklungs- oder Geberländer sollten für die Kosten aufkommen, sagte Novartis-Chef Daniel Vasella der "Financial Times", er würde lediglich erwägen, armen Ländern Preisnachlässe zu gewähren. "Soll die Produktion nachhaltig sein, muss es finanzielle Anreize geben", sagte Vasella.

Damit erteilte der Novartis-Chef der Forderung der WHO WHO, -Generaldirektorin Margaret Chan, eine Absage: Sie hatte die Pharmafirmen aufgefordert, armen Ländern Impfstoffe kostenlos anzubieten.

Die Pharmabranche ist sich in diesem Punkt offenbar uneinig. Novartis-Wettbewerber Glaxo-Smithkline teilte mit, man wolle Armen 50 Mio. Dosen des Impfstoffs anbieten. Kleinere Hersteller in Entwicklungsländern haben zugesagt, zehn Prozent ihrer Produktion gratis abzugeben.

Novartis hatte angekündigt, man werde wohl im Herbst mit der Produktion eines Impfstoffs beginnen können. Vasella sagte, ein großer Teil des Impfstoffs von Novartis sei bereits reserviert worden. Dadurch könne es selbst in reicheren Ländern zu Engpässen kommen.

Der US-Hersteller Baxter International hatte den Impfstoff bereits für den kommenden Monat angekündigt. Neben Novartis und Roche Holding gehören Glaxo-Smithkline und der französische Konkurrent Sanofi-Aventis mit der Impfstoff-Tochter Sanofi Pasteur zu den wichtigsten Impfstoff-Herstellern.

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