Häuser in Ferienort zerstört
Totenzahl steigt nach Flutwelle in Indonesien auf 104

Die Zahl der Toten nach dem schweren Seebeben nahe der indonesischen Insel Java ist nach Angaben des Roten Kreuzes auf 104 gestiegen. Knapp 150 Menschen seien verletzt und 122 weitere würden noch vermisst.

HB JAKARTA. Dies sagte ein Vertreter der Hilfsorganisation am frühen Dienstagmorgen (Ortszeit). Ein Polizist von Pangandaran Beach nahe der indonesischen Stadt Ciamis sagte im Fernsehen: „Es sieht alles sehr chaotisch aus. Häuser an der Südküste sind beschädigt. Nur massive Gebäude stehen noch.“

Die zwei Meter hohe Flutwelle schwappte auf Urlauberorte und Fischerdörfer an der Küste Javas. In dem Ferienort Pangandaran seien alle Häuser am Strand zerstört worden, berichtete eine Frau dem Radiosender El-Shinta. Betroffen seien auch Hotels und Restaurants. „Mindestens ein Restaurant ist ganz weggeschwemmt worden.“ Viele Menschen rannten in Panik vom Strand, andere kletterten auf Bäume. In Moscheen drängten sich die Menschen zum Gebet.

Der Fernsehsender Metro TV meldete mindestens 47 Tote. Weiter nördlich war der Schaden noch nicht absehbar. Straßen waren abgeschnitten, und in einigen Regionen fielen die Telefonverbindungen aus.

Unmittelbar nach dem Beben der Stärke 7,7 am Montagmittag (Ortszeit), dessen Zentrum rund 240 Kilometer vor Indonesien unter dem Indischen Ozean lag, hatten das meteorologische Zentrum in Japan vor möglicherweise verheerenden Riesenwellen an den Inseln Java und Sumatra gewarnt. Auch die rund 400 Kilometer südlich gelegene Weihnachtsinsel und die Kokosinseln, die zu Australien gehören, könnten betroffen sein, hieß es.

Das Beben ließ nach Berichten von Augenzeugen Hochhäuser in der auf Java gelegenen indonesischen Hauptstadt Jakarta zwei Minuten lang schwanken. Die Tsunami-Katastrophe im Indischen Ozean an Weihnachten 2004 hatte mehr als 216 000 Menschen das Leben gekostet, am stärksten betroffen war die indonesische Provinz Aceh.

Auch auf der indischen Inselgruppe Andamanen und Nikobaren sowie in einigen indischen Küstenstaaten Indien und auf den Malediven wurde eine Tsunami-Warnung ausgegeben. Berichte über Folgen der Welle lagen von dort zunächst nicht vor. Lokale Meteorologen sagten allerdings, auf den Inseln sei das Beben nicht zu spüren gewesen. Fischer wurden angewiesen, nicht aufs Meer hinauszufahren. Hubschrauber überflogen die Küste.

Die Region um den zerstörten Ferienort Pangandaran ist vor allem bei indonesischen Touristen beliebt. Es gibt dort viele kleine Hotels und Geschäfte am Strand. Die Holzhütten und Kioske seien weggeschwemmt worden, berichteten Augenzeugen. „Ich glaube, es gibt viele Todesopfer, die wohl noch unter den Trümmern liegen“, sagte der Polizist.

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