Haftbefehl gegen Mutter erlassen
Motivsuche nach Leichenfund in Tiefkühltruhe

Nach dem Fund eines toten Jungen in der Tiefkühltruhe einer Cottbusser Familie hat das zuständige Amtsgericht Haftbefehl gegen die Mutter erlassen. Die Eltern des bei seinem Tot siebenjährigen Dennis stehen unter dringendem Tatverdacht.

HB COTTBUS. Die 43-Jährige werde der Misshandlung ihres Sohnes und der Körperverletzung mit Todesfolge verdächtigt, sagte Gerichtsdirektor Wolfgang Rupieper. Als Haftgrund nannte er Flucht- und Verdunkelungsgefahr. Über den Haftantrag gegen den 36-jährigen Vater soll an diesem Donnerstag entschieden werden.

Das tote Kind hat nach Aussage der Mutter seit Dezember 2002 in der Tiefkühltruhe der Familie gelegen. Nach ihrer Darstellung war der damals siebenjährige, angeblich an Diabetes leidende Dennis bereits kurz vor Weihnachten 2002 nach einem Krampfanfall gestorben.

Rund eineinhalb Jahre später informierte das Jugendamt die Polizei, die am Montag den grausigen Fund machte. Die vorläufige Obduktion der Leiche ergab keine Anzeichen äußerer Gewaltanwendung. Der Junge sei jedoch unterernährt und völlig geschwächt gewesen, sagte Staatsanwältin Cäcilia Cramer-Krahforst. „Der Vater hat gesagt, er habe mitbekommen, wie der Junge gestorben ist.“

Unterdessen hat die Suche nach Schuld und Verantwortung für den Tod von Dennis begonnen, denn niemand will damals das Verschwinden des Kindes bemerkt haben. Seine Mutter hat nach Angaben der Staatsanwaltschaft zehn Kinder zur Welt gebracht, von denen zuletzt noch acht einschließlich Dennis in der Wohnung lebten. Vier davon wurden jetzt in ein Heim gebracht.

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