„Ich habe alles verloren, aber ich lebe.“
Amerika hat seinen Spirit wiederentdeckt

Nachdem das ganze Land tagelang wie paralysiert auf die Hurrikan-Katastrophe geblickt hat, ist die Stimmung umgeschlagen. Jetzt läuft die Hilfe. Ein Lagebericht aus dem "Astrodome" in Housten, in dem nun mehr als 15 000 Flüchtlinge aus dem von Hurrikan „Katrina“ verwüsteten Louisiana leben.

HOUSTON/NEW ORLEANS. Außen verdreckter Beton, innen abbröckelnder Putz und schlecht ausgeleuchtete Gänge – der „Astrodome“ im Zentrum der Millionenmetropole Houston hat schon bessere Zeiten gesehen. Und doch erscheinen die Zustände im Bauch des gewaltigen Hallenstadions ihren derzeitigen Besuchern nahezu paradiesisch. Die Toiletten funktionieren, es gibt Wasser und Lebensmittel, der Müll wird abgeholt, sogar die Klimaanlage läuft. Mehr als 15 000 erschöpfte Flüchtlinge aus dem von Hurrikan „Katrina“ verwüsteten Louisiana leben nun auf genau jenem nackten Boden, wo in den 80er-Jahren die American Footballer der „Houston Oilers“ ihre Erfolge feierten.

Die „Oilers“ sind längst nach Tennessee umgezogen, das Stadion altert vor sich hin, erfährt in diesen schwierigen Tagen aber eine Aufmerksamkeit wie schon seit Jahren nicht mehr. Sonderbus auf Sonderbus ist hier am Wochenende vorgefahren. Dazu Tausende Flüchtlinge, die ihre Flucht aus dem überschwemmten New Orleans selbst organisiert haben, am „Astrodome“ aber zunächst abgewiesen werden. „Wir sind nach Houston gefahren, um ein Obdach zu finden. Und jetzt dürfen wir nicht mal rein!“ empört sich Rhonda Calderon. „Unsere Kinder haben Hunger, und es ist kein Benzin mehr im Tank.“

Rhonda Calderon trägt ein schmutziges T-Shirt zu Jeans, die einmal blau waren. Ihr Gesicht ist blass. 14 Stunden haben sie und ihre Familie für die 600 Kilometer nach Houston gebraucht, mit einem Pick-up über verstopfte Autobahnen, vorbei an verwüsteten Küstenabschnitten. „Es war wie im Krieg.“

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