„Im Notfall stehen Menschenleben auf dem Spiel“
Gravierende Mängel an Italiens Tunneln

Der Automobilclub ADAC hat gravierende Sicherheitsmängel an italienischen Straßentunneln aufgedeckt.

HB MÜNCHEN. In den Röhren der häufig von Urlaubern befahrenen Strecken in Oberitalien fehlten oftmals Sicherheitseinrichtungen, bemängelte der ADAC am Donnerstag in München. Dazu gehörten Standstreifen, Fluchtnotbeleuchtungen, Belüftungssysteme oder Geschwindigkeitsbegrenzungen. Feuerlöscher und Notrufeinrichtungen lägen, wenn überhaupt vorhanden, zu weit auseinander.

Der Automobilclub hatte 22 Tunnel auf eigene Initiative geprüft - darunter so bekannte wie „Tarvisio“, „Gran Sasso“, „Colle Dico“ oder „Cote de Sorreley“. Nach Angaben des Clubs wird den ADAC-Testern seit Jahren offiziell der Zugang zu italienischen Tunneln verwehrt. Italien ist mit Abstand das Land mit den meisten Verkehrsröhren in Europa.

Bei dem inoffiziellen Check wurde laut ADAC ausschließlich die Sicherheit der Tunnelsysteme geprüft. Jeder der genannten Mängel könne für die Sicherheit eines Tunnels entscheidend sein. „Im Notfall stehen Menschenleben auf dem Spiel“, warnte der Automobilclub. Besonders die vielen Millionen Autofahrer, die jedes Jahr nach Italien in den Urlaub fahren, hätten ein Recht darauf zu erfahren, ob diese Tunnel sicher seien.

Das Urlaubsland hat laut EU-Kommission 227 Tunnel mit mehr als 500 Metern Länge. Österreich auf Platz zwei verfügt über 52 und Deutschland auf Rang drei über 37 Tunnel. Bereits im April hatte der ADAC über erhebliche Defizite bei der Sicherheit europäischer Straßentunnel berichtet. Fast jede zweite der 25 getesteten Röhren in 11 Ländern erfüllte die Mindestanforderungen der Tester nicht.

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