In den USA
Deutscher wegen Mord an Star-Journalistin verurteilt

Sie war „Handelsblatt“-Korrespondentin und gefeierte Buchautorin. Er war ihr arbeitsloser Mann. Die Ehe des schillernden Glamourpaares in der US-Hauptstadt endete vor drei Jahren mit einem Mord.
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WashingtonEin Deutscher ist in der US-Hauptstadt Washington wegen Mordes an seiner mehr als vier Jahrzehnte älteren Ehefrau schuldig gesprochen worden. Nach einem sechstägigen Prozess sahen es die Geschworenen am Donnerstag als erwiesen an, dass der 49-jährige Albrecht Muth die deutsche Publizistin Viola Drath erwürgt hat.

Das Paar war eine schillernde Erscheinung in Washingtoner Gesellschaftskreisen, in ihrem Anwesen im noblen Stadtteil Georgetown gingen Diplomaten und Politiker ein und aus. Das Strafmaß soll am 19. März verkündet werden.

Die 91-jährige Drath war im August 2011 in ihrem Badezimmer mit blauen Flecken an Kopf, Hals und Armen tot aufgefunden worden. Die Ermittler verdächtigten Muth, der in der Vergangenheit bereits wegen häuslicher Gewalt aktenkundig geworden war.
Der gebürtige Kölner wies die Vorwürfe zurück. Während der Haft verweigerte er die Nahrungsaufnahme und musste schließlich in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Am Ende wog er laut „Washington Post“ nur noch etwa 40 Kilogramm.

Wegen des schlechten Gesundheitszustands des Angeklagten verzögerte sich der Prozess mehr als zwei Jahre. Der abgemagerte Muth erschien in den vergangenen Tagen nicht persönlich im Gerichtssaal, sondern wurde per Videokonferenz von seinem Krankenhausbett zugeschaltet. Nach Justizangaben stellten die Geschworenen bei ihrem Urteil am Donnerstag eine besondere Schwere der Schuld fest. Muth droht nun lebenslange Haft.

Der Mordfall hatte in Washington für großes Aufsehen gesorgt. Das Paar war mehr als 20 Jahre verheiratet, ihre Ehe soll aber äußerst unkonventionell gewesen sein. Der arbeitslose Muth habe von seiner 44 Jahre älteren Gattin ein monatliches Taschengeld von 2000 Dollar (umgerechnet 1470 Euro) erhalten, schrieb die „Washington Post“. Die Ehepartner hätten zwar im gleichen Schlafzimmer genächtigt, allerdings in getrennten Betten.

Zeitungen und Fernsehsender in der US-Hauptstadt beschrieben Muth als Hochstapler, der durch sein bizarres Verhalten aufgefallen sei. So soll der Deutsche in einer Phantasie-Uniform durch die Nachbarschaft marschiert sein und sich als irakischer General ausgegeben haben.

Eine Zeit lang soll er eine Augenklappe getragen und seinen Zuhörern erklärt haben, als Söldner in Südamerika verwundet worden zu sein. Drath hatte den Ruf einer respektablen Journalisten, die lange für das „Handelsblatt“ aus Washington berichtete und eine Biografie über den ehemaligen Bundeskanzler Willy Brandt verfasste.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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