Indonesien
Anwohner vor Vulkan Merapi in Sicherheit gebracht

Die indonesischen Behörden haben rund um den seit Wochen brodelnden Vulkan Merapi die höchste Alarmstufe ausgerufen und die Zwangsevakuierung umliegender Ortschaften angeordnet. Der Ausbruch scheint kurz bevor zu stehen.

HB JAKARTA. Anwohner berichteten, der Vulkan stoße zunehmend Lava und Rauch aus. Wann es zu einem Ausbruch kommt, ist Seismologen zufolge nicht genau vorherzusagen. Indonesien hat weltweit die größte Dichte an Vulkanen. Zuletzt kamen 1994 bei einem großen Ausbruch des Merapi 70 Menschen ums Leben. 1930 starben bei einem der schwersten Ausbrüche des Vulkans 1300 Menschen.

„Wir haben die Alarmstufe für den Merapi am Morgen auf die höchste Stufe Rot angehoben. Alle Anwohner wurden angewiesen, sich in Sicherheit zu bringen“, sagte Subandrio, der Chef des staatlichen Vulkanforschungszentrums für den Merapi. Der Vulkan liegt in der Nähe der historischen Stadt Yogyakarta im Zentrum der Insel Java. Rund 5000 Menschen aus der Umgebung des Vulkans wurden bereits in Sicherheit gebracht. Die Behörden schätzen jedoch, dass etwa 14 000 Menschen an den Hängen und im Umland des Berges leben. „Ich konnte die Lava klar von meinem Haus aus sehen. Dann haben sie uns zum Verlassen des Dorfes aufgefordert“, sagte ein 25-jähriger Bewohner des rund acht Kilometer vom Vulkan entfernt liegenden Dorfes Boyong.

Trotz der seismischen Aktivität und des Austritts von Lava eineinhalb Kilometer vom Krater entfernt, sei der Zeitpunkt des Ausbruchs schwer zu bestimmen, sagte Sibandrio. Die oberste Alarmstufe Rot bedeutet, dass die Experten einen Ausbruch binnen 24 Stunden für möglich halten.

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