Indonesien
Tote und Vermisste nach Tsunami und Vulkanausbruch

Der Ausbruch des Vulkans Merapi und ein Tsunami haben in Indonesien mehr als 100 Todesopfer gefordert. Die Flutwelle zerstörte hunderte Häuser, viele Bewohner werden noch vermisst.
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HB PADANG/MERAPI. Indonesien ist innerhalb von zwei Tagen von zwei Naturkatastrophen heimgesucht worden, die mehr als 130 Menschen das Leben gekostet haben. Im Westen des Landes löste ein Erdbeben eine Flutwelle aus, mindestens 113 Menschen wurden getötet. 150 bis 500 Personen wurden noch vermisst, wie die Behörden am Dienstag mitteilten.Auf der Hauptinsel Java brach der Vulkan Merapi aus. Mindestens 25 Menschen kamen dabei ums Leben.

Der Erdstoß vom Montagabend (Ortszeit) hatte eine Stärke von 7,7. Sein Zentrum lag 20 Kilometer unter dem Meeresboden. Wegen starken Winds und rauer See war es für Rettungskräfte schwierig, in das Katastrophengebiet vordringen. Besonders betroffen war die dünn besiedelte Inselkette Mentawai, die 280 Kilometer vor der Küste Sumatras liegt und nur per Schiff zu erreichen ist.

In zwei Küstenorten auf den Inseln Pagai und Silabu riss eine drei Meter hohe Welle Hunderte Häuser mit sich, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums mitteilte. Im Dorf Muntei Baru auf Silabu wurden nach Angaben des Katastrophenschutzes 80 Prozent der Häuser zerstört. In manchen Gegenden reiche das Wasser bis zu den Hausdächern.

Rund 3 000 Menschen seien in Notunterkünfte geflüchtet, teilte der Katastrophenschutz weiter mit. Die Besatzungen mehrerer Schiffe in der Region würden noch vermisst. „200 Leichensäcke sind auf dem Weg zu uns, nur für alle Fälle“, sagte der Sprecher des Gesundheitsministeriums.

Das Erdbeben erschütterte auch Städte entlang der Westküste der Insel Sumatra, darunter Padang. Dort hatte ein Erdstoß der Stärke 7,6 im vergangenen Jahr mehr als 700 Menschen das Leben gekostet. Mehrere Moscheen gaben nach dem Erdbeben vom Montag über Lautsprecher Tsunami-Warnungen heraus.

“Alle rannten aus ihren Häusern“, sagte der Bewohner Sofyan Alawi. Die Straßen, die auf umliegende Hügel führen, seien schnell mit Tausenden Autos und Motorrädern verstopft gewesen. „Wir haben uns immer wieder umgedreht um zu sehen, ob eine Welle im Anrollen war“, sagte der 28-jährige Ade Syahputra.

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