Insel Java
Nachbeben im Katastrophengebiet in Indonesien

Eine Woche nach den verheerenden Erdstößen auf der indonesischen Insel Java haben mehrere Nachbeben die Menschen in dem Katastrophengebiet erneut in Angst und Schrecken versetzt. Die Weltgesundheitsorganisation warnte zudem vor einer erhöhten Bedrohung durch die Vogelgrippe im Krisengebiet.

HB BANTUL. Die Beben in der Nacht auf Samstag hätten die Stärke vier gehabt, teilte das seismologische Institut des südostasiatischen Inselstaates mit. Seit dem Beben der Stärke 6,3 am Samstag vor einer Woche sind viele Menschen in Geflügelställen untergebracht. Die Erdstöße zerstörten mehr als 100 000 Häuser. Mehr als 6 200 Menschen kamen ums Leben.

Zehntausende Menschen rannten kurz nach den Nachbeben aus ihren Zelten ins Freie, die ihnen nach der Zerstörung ihrer Häuser als Notunterkünfte dienten. Jedes Beben dauerte etwa 30 Sekunden. „Ich habe mit meiner Familie im Zelt geschlafen, als ich die Erdstöße spürte“, beschrieb ein Mann in der Krisenregion die Nachbeben. „Ich hatte solche Angst. Ich konnte nicht mehr schlafen.“

Taxi-Fahrer Suroto aus Yogyakarta sagte, die ganze Region sei von der Furcht vor einer neuen Naturkatastrophe gefangen. „Ich fuhr gerade mit meinem Taxi und der Wagen wackelte wie verrückt“, sagte er. Überall liefen die Menschen aus ihren Häusern. Viele seien verängstigt. Es gebe so viele Gerüchte über neue Beben und einen Ausbruch des seit Wochen brodelnden Vulkans Merapi unweit von Yogyakarta.

Hilfsorganisationen macht zudem die zunehmende Gefahr durch Seuchen Sorge. Wegen des verschmutzten Trinkwassers warnt die WHO vor Durchfall, Cholera und Hepatitis. Die Helfer verteilen deshalb in zwei Provinzen 65 000 Kanister mit Mitteln zur Reinigung von Wasser.

Das Risiko von Infektionen mit der Vogelgrippe steigt, weil viele Menschen bei dem Erdbeben ihre Bleibe verloren haben und nun besonders nah mit Geflügel zusammenleben müssen. „Das ist etwas, wo wir besonders aufpassen müssen“, sagte eine WHO-Sprecherin. Sie wies darauf hin, dass eines der Länder mit den höchsten Infektionszahlen bei Menschen sei.

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