Internationale Presse zum Papstbesuch
"Wie ein Fremder im eigenen Land"

Der erste Auftritt von Papst Benedikt XVI. außerhalb Italiens wird von der internationalen Presse überwiegend positiv bewertet. Es gibt aber auch kritische Stimmen. Eine Auswahl der Zeitungskommentare:

Italien:

„Hier auf dem Rhein erhält Papst Ratzinger seine zweite Taufe. Das Bild des harten Kardinals verschwindet und es taucht das Gesicht eines Papstes auf, der sanftmütig ist und sich „mit Zuneigung“ an alle richtet“, schreibt die italienische Zeitung „La Repubblica“.

Die Mailänder Zeitung „Corriere della Sera“ meint: „Papst Benedikt ist „bewegt“ über die vielen Jugendlichen, die nach Köln gekommen sind, um ihn zu treffen, und er betrachtet sie als „Kraft für den Frieden in der Welt“. Er nimmt den Dialog seines Vorgängers mit den Jugendlichen wieder auf, setzt dabei aber mehr auf Worte als auf Gesten. Auch sein Verhältnis zum Vaterland ist eher nüchtern, aber gestern war deutlich zu sehen, wie viel Zuneigung die Deutschen ihrem Papst entgegenbringen.“

Großbritannien:

Der neue Papst habe einen eigenen Stil gefunden, urteilt der britische „Independent“. „Er hat nicht wie sein Vorgänger die Erde geküsst, sondern ging dem Empfangskomitee entschlossen entgegen“, schreibt die Zeitung.

Niederlande:

„Es ist wieder cool, religiös zu sein“, titelt die niederländische Zeitung „De Volkskrant“.

Spanien:

„Benedikt XVI. begrüßt eine halbe Million junger Leute mit einer anspruchsvollen Botschaft radikaler Großherzigkeit“, meint die spanische Zeitung „ABC“.

Nach der Übernahme der Amtsgeschäfte durch Benedikt XVI. scheine der Vatikan in Untätigkeit erstarrt zu sein, schreibt „El País“ aus Madrid: „Der deutsche Katholizismus ist viel fortschrittlicher als die Kirche, die Johannes Paul II. hinterließ. Ratzinger muss sich wie ein Fremder im eigenen Land fühlen.“

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Frankreich:

„Bei seiner Ankunft in Deutschland hat er nicht den Boden geküsst und er wirkte auch nicht besonders entspannt, auch wenn er mit über 78 Jahren einen eher dynamischen Eindruck machte“, schreibt die französische Regionalzeitung „Dernières Nouvelles d'Alsace“.

Auch der Kommentar der linksliberalen französischen Zeitung „Libération“ geht in dieselbe Richtung: „Der Papst schien sich nicht wohl zu fühlen in einer Rolle, die auf Johannes Paul II. zugeschnitten war.“

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