Irland
Zwei Bischöfe treten wegen Missbrauchsbericht zurück

Im Zusammenhang mit dem Vertuschungsskandal um jahrzehntelangen sexuellen Missbrauch von Kindern durch Geistliche in Irland legen zwei weitere Bischöfe ihre Ämter nieder. Damit sind bereits vier Bischöfe als Folge der Missbrauchsberichte zurückgetreten.
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HB DUBLIN. Ihr Schritt solle dazu beitragen, dass die Opfer wieder Frieden und Versöhnung fänden, erklärten die beiden Weihbischöfe aus der Erzdiözese Dublin am Freitag. Damit sind bereits vier Bischöfe zurückgetreten, nachdem ein Ende November veröffentlichter Regierungsbericht zu dem Schluss kam, dass die katholische Kirche in Irland von 1975 bis 2004 Kindesmissbrauch verschleiert habe. Die beiden Weihbischöfe hatten erklärt, dass der Bericht ihre Unschuld belege.

Die Kirche in Irland wurde in den vergangenen zwei Jahrzehnten wiederholt von Sex-Skandalen heimgesucht. Erst im Mai hatte ein Bericht über Massenvergewaltigungen und Sklavenarbeit in kirchlich betriebenen Erziehungsheimen für Aufsehen erregt. Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche waren auch in den USA, Australien, Österreich und Polen bekanntgeworden. Papst Benedikt XVI. hat die Übergriffe durch Geistliche verurteilt und die Bestrafung der Priester gefordert.

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  • Zivilprozess für pädophile Kleriker unverzichtbar!


    Für Papst benedikt müsste es doch konsequent sein, die bischöfe und Kardinäle, die über viele Jahre Mitwisser ( teilweise auch Mittäter) waren, nicht nur ihres Amtes zu entheben, sondern diese auch einer weltlichen Gerichtsbarkeit zuzuführen und damit auch einen juristisch abgesicherten Strafzuführungsprozess nach den Grundsätzen der zivilen Strafprozessordnung in die Wege zu leiten. Sowohl zur stillschweigenden Duldung als auch zur aktiven pädophilen Täterschaft sollte sich der Papst zu einer eindeutigen und unmissverständlichen Vorgehensweise durchringen. Vielleicht fiele dem bischof von Rom eine unzweideutige Art des Vorgehens leichter, wenn er sich an Mt. 18,6 erinnerte : „Wer einem von diesen Kleinen, die an mich glauben, zum bösen verführt, für den wäre es besser, wenn er mit einem Mühlstein um den Hals im tiefen Meer versenkt würde.“

    Jeder einzelne Missbrauchsfall beschädigt die gesellschaftliche Akzeptanz der in Sexualfragen doch von so hohen und zugleich teilweise weltfremden (vgl. Geburtenkontrolle) moralischen Maximen ausgehenden katholischen Kirche. Die katholische Kirche sollte sich endlich eingestehen, dass es einen Zusammenhang zwischen der Pflichtzölibatsforderung und dem Fehlverhalten von Klerikern gibt und sich hinsichtlich des starren Festhaltens am Pflichtzölibat einer Neuregelung dieser dringenden Frage nicht verweigern.

    Die grundsätzliche begründungen für den Zölibat, dass dadurch ein Priester mehr Zeit für seine priesterliche Aufgabe habe, dass er Gott näher sei oder dass er durch seinen Verzicht auf die Ehe ein besonderes Zeichen von Tugend setze, sind begründungen aus dem Nachhinein, die weder biblisch noch menschlich haltbar sind. Großen Respekt zolle ich allen Ordinierten, die sich freiwillig einem zölibatären Leben unterwerfen. Das Verwerfliche an der Zölibatsfrage ist für mich der Pflichtzölibat.

    Norbert brunner, katholischer bischof von Sitten (Schweiz) und ab Januar neuer Vorsitzender der bischofskonferenz, hat sich dafür ausgesprochen, verheiratete Männer zu Priestern zu weihen. Es gebe „keine Wesens-Verbindung zwischen dem Zölibat und dem Priestertum“, sagte er der Neuen Zürcher Zeitung. Allerdings sei die Ehelosigkeit der Priester „ein besonders starkes Zeichen der Nachfolge Christi“. brunner fügte hinzu, dass die Schweizer bischofskonferenz „ziemlich einhellig“ für verheiratete Priester sei. Das wisse man auch in Rom. Doch dort gebe es in dieser Frage allerdings keinerlei bewegung.


    Karl Rahner schreibt bereits 1972 : „Wenn und insofern die Kirche in einer konkreten Situation eine genügende Anzahl … priesterlicher Gemeindeleiter ohne Verzicht auf die Zölibatsverpflichtung nicht finden kann, dann ist es selbstverständlich und gar keiner weiteren theologischen Diskussion unterworfen, dass sie auf diese Zölibatsverpflichtung verzichten muss“. (Karl Rahner, Strukturwandel der Kirche als Aufgabe und Chance. Freiburg 1972, S. 117)

    Diejenigen, die in Rom den Pflichtzölibat zu einer Frage der göttlichen Verfassung der Kirche hochstilisieren, mögen bitte noch einmal ein theologisches Grundseminar belegen! Sie haben offensichtlich während ihres Studiums vieles versäumt – oder der Hl. Geist war in den entsprechenden Veranstaltungen abwesend!

    Paul Haverkamp, Lingen

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