Isrealkritikerin
Felicia Langer will Bundesverdienstkreuz behalten

Die jüdische und israelkritische Rechtsanwältin Felicia Langer wird ihr Bundesverdienstkreuz auch angesichts anhaltender Kritik nicht zurückgeben. In einem Interview sprach sie angesichts der Kritik an der Verleihung von jüdischen Intellektuellen von einer "Verleumdungskampagne".

HB HAMBURG. Im Deutschlandradio Kultur erklärte Langer am Donnerstag, dass jüdische Intellektuelle wie Ralph Giordano (86) die Verleihung scharf kritisiert hätten, habe sie sehr verletzt. „Dies ist eine Verleumdungskampagne“, sagte Langer. „Das tut weh. Denn ich glaube tief, dass ich auch etwas Gutes für das israelische Volk tue, nicht nur für die Palästinenser.“ Sie hoffe sehr, dass sie die Auszeichnung verdient habe, sie gebe ihr Kraft: „Ich werde den Preis nie zurückgeben.“

Giordano hatte die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an die in Tübingen lebende Anwältin scharf kritisiert. „Niemand hat in den letzten 25 Jahren mit einer an Blindheit grenzenden Einseitigkeit Israel mehr geschadet als diese angebliche Menschenrechtsanwältin“, hatte Giordano erklärt. Er drohte mit der Rückgabe seines Bundesverdienstkreuzes und seines Großen Verdienstkreuzes, falls Felicia Langer das Bundesverdienstkreuz nicht aberkannt werde.

Der Moderator Michel Friedman äußerte im Deutschlandradio Kultur Verständnis für die Verärgerung jüdischer Intellektueller. Die Bundesrepublik hätte ganz andere für ihr Lebenswerk ehren sollen, sagte Friedman am Donnerstag. „Nämlich diejenigen, die Brücken bauen zwischen Palästinensern und Israelis.“ Verdient habe eine solche Ehrung zum Beispiel Daniel Barenboim mit seinem palästinensisch- israelischen Orchester. Barenboim hatte im Jahr 2002 das Große Bundesverdienstkreuz erhalten. Langer habe Israel so verunglimpft und so polarisiert, „dass sie damit nicht mehr zur Brückenbildnerin geeignet ist“.

Langer hat bereits zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter den alternativen Nobelpreis und den Erich-Mühsam-Preis. Sie setzt sich seit Jahrzehnten für die Rechte palästinensischer Häftlinge in den von Israel besetzten Gebieten ein.

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