Jürgen Emig
Schmiergeldprozess gegen Ex-Sportchef

Drei Jahre ist es her, dass gleich zwei ARD-Sender ihre Sportchefs verloren: Jürgen Emig (HR) und Wilfried Mohren (MDR) wurden gefeuert, weil sie Provisionen von Sponsoren und Sportveranstaltern kassiert haben sollen. Am Montag beginnt nun der Prozess gegen Emig. Vor den Richtern will er sich zu den Vorwürfen äußern.

HB FRANKFURT. Vor drei Jahren erschütterten zwei große Skandale die ARD. Der Erste: In zahlreichen Unterhaltungssendungen wie "Marienhof" wurde Schleichwerbung platziert. Der Zweite: Die Sportchefs des HR, Jürgen Emig, und des MDR, Wilfried Mohren, wurden gefeuert, weil sie Provisionen von Sponsoren und Sportveranstaltern kassiert haben sollen.

Am Montag beginnt der Prozess gegen Emig und dessen früheren Partner Harald Frahm vor der 12. Strafkammer des Frankfurter Landgerichts. Emig, der am Sonntag 63 Jahre alt wird, will sich im Prozess zu den Vorwürfen äußern, sagte sein Verteidiger Stefan Bonn. Er hatte bei den polizeilichen Vernehmungen bereits ein Teilgeständnis abgelegt.

Bereits Anfang Mai 2007 hatte die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben. Diese wurde nach Angaben des Landgerichts "im wesentlichen" zur Hauptverhandlung zugelassen. Die Vorwürfe: acht Fälle der Bestechlichkeit als Amtsträger, ein Fall von Anstiftung zur Bestechung sowie 18 Fälle von Betrug zum Nachteil von Sportveranstaltern und Untreue zu Lasten des Hessischen Rundfunks. Die Anklage geht von einem Tatzeitraum von Anfang 2000 bis September 2004 aus.

Emig war von 1987 bis März 2004 Leiter der HR-Sportredaktion. Weil das Budget nicht ausreichte, durfte er mit Genehmigung des Senders Zusatzmittel, sogenannte Beistellungen, akquirieren. Das waren Produktionskostenzuschüsse von Sportveranstaltern und Zahlungen für die Nennung von Sponsoren im Vor- oder Abspann oder für Gewinnspiele.

Immer wieder tauchten Gerüchte auf, Emig kassiere dabei auch persönlich mit. Laut HR wurde bei Revisionen nichts Verdächtiges gefunden. Der Intendant ermahnte ihn im Jahr 2000 ausdrücklich, keinerlei geschäftliche Beziehung mit der Werbe-Agentur seiner Frau Atlanta Killinger, der Killinger Production, zu unterhalten.

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