Justiz
„Italienischer Prosecco“ aus Deutschland erlaubt

Ein Perlwein, der in Deutschland hergestellt wird, darf als italienischer Prosecco verkauft werden, wenn er aus italienischem Tafelwein gemacht wird. Damit haben zwei Sektkellereien aus Trier Recht bekommen, die gegen ein Vetriebsverbot geklagt hatten.

HB TRIER. Das Verwaltungsgericht Trier hat entschieden, dass für die Angabe der Abkürzung IGT ("Indicazione Geografica Tipica") auf dem Etikett eines Perlweins (Vino frizzante) entscheidend sei, wo der Grundwein herkomme, und nicht, wo der Perlwein hergestellt werde.

Damit gab das Gericht zwei Wein- und Sektkellereien in Trier Recht, die - in einem Fall seit 2001 - aus italienischem Tafelwein mit der Angabe "IGT" Perlwein mit der Angabe "Vino frizzante IGT" herstellen. Sie hatten dagegen geklagt, dass sie ihre Produkte nach Beanstandung durch den Weinkontrolleur des Landes Rheinland-Pfalz nicht mehr vertreiben durften. Als Begründung wurde angegeben, "IGT" sei eine geografische Ursprungsbezeichnung und entsprechende Produkte dürften nicht außerhalb des ursprünglichen Staatsgebiets hergestellt werden.

Die Klage hatte Erfolg. Das Verwaltungsgericht erklärte, dass die Angabe "IGT" auf dem Etikett nicht gegen das geltende Recht verstoße. Nach EU-Recht dürften in der Gemeinschaft hergestellte Perlweine sehr wohl mit einer geografischen Angabe versehen werden. Und da bei der Herstellung von Perlwein dem Grundwein für die Qualität des Produkts "erhebliche Bedeutung" zukomme, richte sich die geografische Angabe nach der Herkunft des Grundweines, hieß es.

Az.: fünf K 826/08.TR und fünf K 49/09.TR

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