Katastrophe in den Südstaaten
Die Flut verdeckt noch viele Schäden

Geschätzter Schaden: Die Versicherungswirtschaft sieht sich durch den Wirbelsturm "Katrina" mit einem der größten Schäden in der US-Geschichte konfrontiert. Da sind sich die meisten Experten einig. Ansonsten schwanken die ersten Schadensschätzungen der Versicherer. Sie variieren zwischen 12 und 26 Milliarden Dollar. Die Unsicherheit ist unter anderem deshalb groß, weil die Fluten das tatsächliche Ausmaß der Schäden noch immer verdecken, Risikoanalyse-Unternehmen gehen aber ebenfalls von Schäden zwischen 10 und 25 Milliarden Dollar aus. Während Weltmarktführer Münchener Rück weiterhin von 15 bis 20 Milliarden Dollar Gesamtschaden für die Branche ausgeht, wagen Swiss Re und Hannover Rück noch keine Schätzungen. Sie sollen in den nächsten Tagen folgen. Zum Vergleich: Die verheerende Wirbelsturmsaison 2004 hat in Florida Schäden von insgesamt 28 Milliarden Dollar verursacht. Anders als in Florida haben die jetzt betroffenen Staaten jedoch keine Katastrophenfonds.

Private Haushalte: Sie sind in den USA ähnlich wie bei uns im Rahmen einer Gebäudeversicherung gegen Sturm versichert, nicht gegen Überschwemmung. Darüber hinaus bieten die Versicherer eine spezielle Flutdeckung an, die sie allerdings nicht allein organisieren. Dahinter steht vielmehr ein landesweiter Versicherungspool. Dieses "National Flood Insurance Program" (NFIP) sichert Flutschäden bis maximal 250 000 Dollar pro Gebäude ab. Ist das Haus mehr wert, muss der Eigentümer für den Rest selbst aufkommen, es sei denn, er hat die Differenz noch privat absichern können. Nach Auskunft der Swiss Re, der zweitgrößten Rückversicherung der Welt, ist jedoch noch nicht klar, ob alle betroffenen Gemeinden oder nur einige am NFIP teilhaben. Dies erschwere die Schätzungen zusätzlich.

Industrie: Ihr steht der landesweite Flut-Pool für ihre Produktionsstätten nicht zur Verfügung. Sie muss sich komplett auf dem freien Versicherungsmarkt eindecken. Entsprechend groß ist der Anteil der Industrie an den Schäden der Versicherer. Ölplattformen und Raffinerien versichern sich in der Regel gegen Sturm und auch gegen einen etwaigen Betriebsausfall im Anschluss. Ein großes Risiko stellen auch die Pipelines dar. Wenn sie brechen, droht zusätzlich ein gewaltiger Umweltschaden durch austretendes Rohöl oder Ölprodukte . Die Preise für gewerbliche Sachversicherungen waren zuletzt stark eingebrochen. "Katrina" dürfte diesen Trend zumindest stoppen.

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