Katholische Kirche Österreichs macht Schlagzeilen mit Sex-Affären
Sex-Skandal: Bischof gerät unter Druck

Nach dem jeden Tag neue Details des Sex-Skandals ans Tageslicht kommen, schwindet für den österreichischen Bischof Kurt Krenn der Rückhalt in der österreichischen Bischofskonferenz. Die Kriminalpolizei hatte in dem von Krenn geleiteten Priesterseminar Tausende pornografische Fotos, darunter auch Kinderpornografie, sichergestellt.

HB WIEN. Der österreichische Bischof Kurt Krenn (68) fühlt sich verfolgt. Seit die ersten Schlagzeilen über den Sex-Skandal an seinem Priesterseminar in St. Pölten (Niederösterreich) erschienen, wettert der massige Gottesmann gegen die Landespresse, die für ihn die Ereignisse nur aufbauscht, um ihm zu schaden. „Es ist doch gar nicht viel passiert“, sagt Krenn.

Neuerdings aber sieht der als erz-konservativ geltende Theologe und promovierte Philosoph auch Feinde im Innern. Die immer lauter werdenden Rufe nach seinem Rücktritt aus den Reihen der österreichischen Bischöfe weist der Geistliche mit schlichten, aber deutlichen Worten von sich: „Das geht die Bischofskonferenz einen Dreck an“, sagte er der Illustrierten „News“ in dieser Woche.

Überhaupt versteht Krenn, der 1936 als sechstes Kind einer Lehrerfamilie in Oberösterreich geboren wurde, die Aufregung um sein Seminar nicht, in dem sich 40 Kandidaten auf die Priesterweihe vorbereiten, die zum Teil anderswo abgelehnt wurden. Es handele sich dabei vielmehr um „ein bisschen Übertreibung und Mache“. Die homo- erotischen Feste, die seine Seminarleiter mit Seminaristen feierten, bezeichnete er als „Bubenstreich“; der dabei von einem polnischen Studenten digital festgehaltene Zungenkuss sei „ein harmloser Weihnachtskuss“ gewesen.

Konfrontiert mit der Tatsache, dass angehende Priester in seinem Seminar Tausende Pornofotos und vor allem auch Kinderpornobilder aus dem Internet herunterluden, reagierte er vor den TV-Kameras eher verlegen. Das seien „blöde Geschichten“, meinte der Geistliche: „Ich hatte mit diesen Dingen, obwohl sie natürlich in meine Zuständigkeit fallen, überhaupt nichts zu tun.“ Vergessen hatte der Bischof auch, dass er bereits seit dem Herbst 2003 von dem Treiben an seinem Seminar wusste.

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