Kein Anschlag
Triebwerkschaden führte zu Absturz in Russland

Der Flugzeugabsturz in Russland mit 88 Toten ist offenbar auf ein defektes Triebwerk zurückzuführen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurden in den Trümmern des Flugzeugs keine Hinweise gefunden, die auf einen Terroranschlag deuten.

dpa MOSKAU. Nach dem Absturz einer russischen Passagiermaschine vom Typ Boeing 737 mit 88 Menschen an Bord haben sich die Hinweise auf einen technischen Defekt als Unfallursache verdichtet. „Nach vorläufigen Erkenntnissen ist das rechte Triebwerk in Flammen aufgegangen, was wiederum eine Explosion und den Absturz des Flugzeugs verursacht hat“, teilte die Staatsanwaltschaft am Montag mit.

In den Trümmern seien keine Sprengstoffspuren gefunden worden, womit die Terrorvermutung widerlegt sei. Bei dem Absturz der 15 Jahre alten Maschine der Regionalgesellschaft Aeroflot-Nord am Sonntagmorgen waren alle 88 Menschen an Bord ums Leben gekommen.

Die von Augenzeugen bestätigte Explosion der Maschine in der Luft sowie die Verteilung der Trümmer im Umkreis von vier Kilometern hatten zu Spekulationen über einen Bombenanschlag geführt. Es gebe aber auch einen Tag nach der Katastrophe keinen Hinweis auf einen Terrorakt, teilte der russische Inlandsgeheimdienst FSB mit. Die Ermittlungen am Unfallort wurden abgeschlossen.

Weitere Erkenntnisse erhoffen sich Experten von der Auswertung der Flugschreiber der Unglücksmaschine. Die Boeing war beim Landeanflug auf die Industriestadt Perm am Ural am frühen Sonntagmorgen zwischen zwei Wohngebieten auf freier Fläche aufgeschlagen.

Präsident Dmitri Medwedew gedachte bei einem Treffen mit russischen Industriellen im Kreml der Opfer. An der Untersuchung dieser größten Katastrophe im russischen Luftverkehr seit zwei Jahren beteiligt sich auch der Hersteller Boeing. Experten des US-Konzerns flogen nach Perm, um die russischen Behörden zu unterstützten.

Die russische Luftfahrtbehörde kündigte an, die gesamte Flotte der vom Absturz betroffenen Regionalfluggesellschaft Aeroflot-Nord zu überprüfen. Unmittelbar nach dem Absturz hatte Russlands größte Fluggesellschaft Aeroflot angekündigt, ab sofort keine gemeinsamen Flüge mehr mit der Tochtergesellschaft Aeroflot-Nord durchzuführen.

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