Kommunikationstheorie
Psychologe Paul Watzlawick gestorben

Der Psychologe, Soziologe und Philosoph Paul Watzlawick ist im Alter von 85 Jahren gestorben. Der Wissenschaftler, der international unter anderem durch sein Werk „Anleitung zum Unglücklichsein“ (1983) bekannt wurde, erlag am vergangenen Samstag einem langen und schweren Leiden.

PALO ALTO. Eine Sprecherin der Stanford Universität in Palo Alto bestätigte Watzlawick Tod am Montagabend. Der am 25. Juli 1921 in Villach (Kärnten) geborene Wissenschaftler forschte nach einer Ausbildung in Psychotherapie am C.-G.- Jung- Institut in Zürich sowie in Venedig und San Salvador. Er siedelte 1960 in das kalifornische Palo Alto über und entwickelte dort am „Mental Research Institute“ unter anderem die mit seinem Namen verbundene Kommunikationstheorie.

Watzlawick stellte fünf Grundregeln (pragmatische Axiome) auf, die die menschliche Kommunikation unter Menschen erklären. Zu ihnen gehört die Einsicht, dass es unmöglich ist, sich Kommunikation zu entziehen („Man kann nicht nicht kommunizieren“), dass Sprache Wirklichkeit schafft und dass Kommunikation weit mehr Informationen als nur das gesprochene Wort beinhaltet.

Watzlawick schrieb 18 Bücher, die auch in 85 fremdsprachigen Ausgaben erschienen, und 150 Artikel, die in Bücher integriert waren. Sein berühmtester Titel ist „Anleitung zum Unglücklichsein“ (1983), der ultimative Ratgeber für Leute, die sich schon immer miserabel fühlen wollten, es aber nie richtig hinbekommen haben. In ihm gibt der Experte Tipps, wie man sich und anderen Menschen das Leben zur Hölle macht, die Vergangenheit verherrlicht und selbsterfüllende Prophezeiungen kreiert.

Weitere Werke sind „Wie wirklich ist die Wirklichkeit - Wahn, Täuschung, Verstehen“ (1976) sowie „Die erfundene Wirklichkeit - Wie wissen wir, was wir zu wissen glauben“ (1981), „Die Unsicherheit unserer Wirklichkeit“ (1981) und „Münchhausens Zopf oder Psychotherapie und Wirklichkeit“.

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