Konjunktur
Krise setzt Amsterdams Rotlicht-Viertel zu

Die Finanzkrise hat in den Niederlanden auch das „älteste Gewerbe der Welt“ erfasst. Die Rezession werde wohl einigen Bordellen „den Todesstoß verpassen“, sagte ein Experte.

HB AMSTERDAM. Freier in Amsterdams weltberühmtem Rotlicht-Viertel seien „inzwischen furchtbar knauserig geworden“, sagte eine Sprecherin der Prostituiertenorganisation „Rode Draad“ am Dienstag. Viele Sexarbeiterinnen in den rot beleuchteten Rahmen auf den Wallen hätten deshalb „große Schwierigkeiten, die Miete für ihre Kammern aufzubringen“.

Die Zahl der normalerweise aus aller Welt in das Hurenviertel mitten in der Amsterdamer Altstadt strömenden Männer habe deutlich abgenommen. „Und viele der Kunden, die noch kommen, feilschen ganz schrecklich“, sagte „Roode Draad“-Sprecherin Metje Blaak. So manche der Prostituierten, die aus verschiedensten Ländern stammen, sähen sich gezwungen, Freier „deutlich unter dem Normalpreis“ zu akzeptieren, um zu überleben.

Auch die Vereinigung der Entspannungsbetriebe (VER), in der 250 der rund 400 Sexunternehmen der Niederlande zusammengeschlossen sind, beklagt einen „drastischen Rückgang“. Die Rezession werde wohl einigen Bordellen „den Todesstoß verpassen“, sagte VER-Sprecher André van Dorst. Eine Ausnahme seien allerdings teure Luxus-Freudenhäuser. In diesem Bereich gebe es noch keine Klagen über Umsatzeinbußen.

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