Kunstministerium
Beamter stiehlt Bücher für Millionen

Über 13.000 Werke im Millionenwert stahl der Mitarbeiter des Kunstministeriums. Die historischen Bücher versteckte der Darmstädter in seinem Haus, bis die Polizei ihm auf die Schliche kam.
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Bad ArolsenEine kriminelle Sammelleidenschaft für historische Bücher hat ein Beamter des hessischen Kunstministeriums entwickelt. In seinem Haus in Darmstadt fand die Polizei mehr als 13.000 gestohlene wissenschaftliche Werke aus Bibliotheken in ganz Deutschland, wie die Staatsanwaltschaft Kassel am Donnerstag mitteilte. Der überwiegende Teil stamme aus dem 18. Jahrhundert, ein Teil aber auch aus dem späten 17. Jahrhundert. Die Schadenshöhe liegt nach ersten Schätzungen im Millionenbereich. Der mutmaßliche Dieb äußerte sich bislang nicht zu den Vorwürfen. Er wurde vom Dienst suspendiert.

Die Polizei kam dem 45-Jährigen auf die Schliche, weil nach seinen Besuchen der Fürstlich Waldeckschen Hofbibliothek im nordhessischen Bad Arolsen Bücher fehlten. Der Besitzer der Bibliothek, Wittekind zu Waldeck und Pyrmont, berichtete, der Mann habe das Vertrauen der Mitarbeiter genossen und gesagt, er habe privat forschen wollen. Deshalb habe er sich dort ungestört bewegen und Bücher entnehmen dürfen. Im November sei dann festgestellt worden, dass Werke fehlten. Als kurze Zeit später wieder der Bestand überprüft worden sei, hätten erneut Bücher gefehlt. Zwischen beiden Inventuren habe nur der Ministeriumsmitarbeiter die Bibliothek besucht. Daraufhin sei die Polizei informiert worden.

Vor dem jüngsten angekündigten Besuch des Mannes am Dienstag seien dann Videokameras aufgebaut worden, die den Diebstahl aufgezeichnet hätten, sagte zu Waldeck und Pyrmont weiter. Als Polizisten ihn nach dem Bibliotheksbesuch festnahmen, hatte der Ministeriumsmitarbeiter laut Staatsanwaltschaft 53 Bücher in Taschen und seiner Kleidung versteckt. Er stahl Werke aus den Fachgebieten Mineralogie, Geophysik und Naturlehre, die jeweils bis zu 7.000 Euro wert sind.

Die Polizei hatte gehofft, bei einer gleichzeitigen Durchsuchung des Hauses des Verdächtigen 31 weitere in Bad Arolsen gestohlene Bücher zu finden. Dabei stießen die Ermittler auf die mehr als 13.000 Bände. Der Mann wurde am Mittwoch wieder auf freien Fuß gesetzt. Alle Bücher seien inzwischen an einen sicheren Ort gebracht worden, hieß es. Die bestohlenen Bibliotheken sollen benachrichtigt werden.

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Motive der Diebe ganz unterschiedlich

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  • Der Täter hatte eine schwere Kindheit und brauchte das Geldfür seine alte, kranke Mutter. Er wird wieder in Dienst gestellt und für die ungerechtfertigten Beschuldigungen auf eine andere Stelle versetzt, die gleichzeitig mit einer höheren Besoldung versehen ist, damit sichergestellt ist, das er mit seiner Pension seine Mutter weiterhin unterstützen kann.

  • Bleibt zu hoffen, dass diese unwürdige Kreatur, die seine Vertrauensstelle als Beamter säuischst mißbraucht hat und von schlimmster krimmineller Gier gezeichnet ist, auch eine kraftvolle Strafe bekommt. Natürlich Gefängnis ohne Bewährung. Wenn nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes -und dies völlig zu Recht- für Steuerhinterziehung in Millionenhöhe Bewährung nicht mehr möglich ist, muß dies für Diebstahl wertvoller Bücher im Wert mehrerer Millionen Euro seitens eines Vertrauen mißbrauchenden vermutlich höheren Beamten erst recht gelten. Da aber viele Richter leider doch eine große emotionale Nähe zum Beamtentum verspüren, bin ich mir
    nicht sicher, ob besagte beamtete Täterkreatur nicht doch wieder mit Samthandschuhen angefasst wird.

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