Lachnummer am Stellwerk
Bahn bekommt die Probleme in Mainz nicht in den Griff

In Mainz fallen derzeit reihenweise Züge aus. Bereits seit vergangenen Freitag ist der Fernverkehr nachts am Hauptbahnhof quasi nicht mehr existent. Und das könnte noch eine Weile so weiter gehen.
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Mainz/Frankfurt/MainDie Zugausfälle am Mainzer Hauptbahnhof wegen des Personalmangels werden höchstwahrscheinlich noch länger dauern. „Ich gehe davon aus, dass es auch in der nächsten Woche zu Einschränkungen kommen wird“, sagte der Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn für Rheinland-Pfalz und das Saarland, Jürgen Konz, am Mittwoch in Bad Kreuznach. Ursprünglich sollten die nächtlichen Zugausfälle nur bis Sonntag gehen.

Seit Freitag ist der Mainzer Hauptbahnhof von Fernzügen in der Nacht nahezu abgekoppelt. Nur einige Schlafwagenzüge und wenige IC-Züge halten laut Bahn. Die DB begründet die Probleme mit einem nicht vorhersehbaren hohen Krankenstand während der Urlaubszeit – das Stellwerk könne nicht ausreichend besetzt werden. Die Bahn spricht von einem Sonderfall. „Ein ähnlicher Vorfall ist mir nicht bekannt“, sagte eine Bahnsprecherin in Frankfurt.

Die Bahn bat für das Chaos in Mainz um Entschuldigung. „Für die derzeitigen Einschränkungen möchte ich mich entschuldigen“, antwortete ein Mitarbeiter am Mittwoch auf Facebook auf Beschwerden einer Nutzerin. Bereits am Dienstag hatte Bahn-Sprecher Achim Stauß im ZDF gesagt: „Wir können uns im Moment bei den Kunden nur entschuldigen und dafür sorgen, dass die Situation sich möglichst schnell ändert.“ Das sieht bisher allerdings nicht so aus.

„Wir werden uns auch in den nächsten Wochen und Monaten auf dünnem Eis befinden“, sagte der Chef der Bahntochter DB Netz, Frank Sennhenn, am Donnerstag in Mainz. „Zurzeit sehen wir uns nicht in der Lage, eine stabile Aussage darüber zu machen, wie es jenseits des August weitergeht.“ Fern- und Regionalverkehr blieben bis Ende August eingeschränkt.

Kurzfristig kann die Bahn nach eigenen Angaben die Probleme nicht lösen. Von 15 Fahrdienstleitern seien wegen Urlaubs und Krankheit derzeit nur acht im Dienst. Sennhenn bat um Entschuldigung für die Einschränkungen. Die Kunden könnten die Kulanzregelung nutzen, die es während des Hochwassers gab.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • "Er gibt Fahrrad-Dynamos im Verkehr frei. Mein Gott, was für eine Lachnummer!"
    Man sollte denken, dabei konnte wenigstens nichts passieren. Aber selbst dieses Gesetz hat er ja wieder vergeigt!

  • Nennen sie in diesem Zusammenhang nicht den französischen TGV!
    Sicherlich mit weniger Rendite fährt dieser Zug weitestgehend problemlos!
    Aber die Deutschen sind ja aus Prinzip schon auf Platz 1 gesetzt!

  • Deutschland ist cool und Deutschland geht es gut. Da nimmt sich ein Staatsunternehmen gerne mal die Freiheit, bei Personalmangel einen Bahnhof dicht zu machen. Da sieht mal nun mal, wohin der seit Jahren diskutierte "Fachkrägtemangel" führt. Die Altlasten des Herrn Mehdorn wird dieses Unternehmen auch nicht mehr so schnell los. Ich freue mich auf den Flughafen Berlin. Und was macht der Bundesverkehrsminister? Er gibt Fahrrad-Dynamos im Verkehr frei. Mein Gott, was für eine Lachnummer!

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