Lagebericht
Von Wassermassen eingeschlossen

Überflutete Straßen, gewaltige Schlammmassen, abgeknickte Bäume und Geröll: Eine der vom Hochwasser massiv betroffenen Regionen ist der Chiemgau. Einige Ortsteile wurden bereits evakuiert. Ein Lagebericht.
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UnterwössenDie Situation in der Hochwasserregion rund um den Chiemsee hat sich leicht stabilisiert. Der Dauerregen der vergangenen Tage hat in der Nacht aufgehört, das Wasser geht leicht zurück. Doch jetzt werden langsam die Schäden sichtbar, die das Wasser in Wohnhäusern und auf den landwirtschaftlichen Flächen angerichtet hat. Und viele Berufspendler hängen immer noch fest.

Der Regen hat aufgehört, doch das Hochwasser ist damit nicht plötzlich verschwunden. Die Tiroler Ache, ein 79 Kilometer langer Fluss, der in Tirol entspringt und in den Chiemsee mündet, hat die Gemeinden links und rechts immer noch fest im Griff.

Zwar sind einige Landstraßen inzwischen wieder befahrbar, doch die Autobahn A 8 Salzburg - München und die Bahnverbindung nach München sind weiter gesperrt. Berufspendler, Urlauber und Wochenendausflügler hängen fest.

Da, wo das Wasser zurückgeht, bleiben gewaltige Schlammmassen, abgeknickte Bäume und Geröll zurück. Sonst um diese Jahreszeit blühende Alpenwiesen sehen aus wie eine Wüstenlandschaft.

Im Örtchen Unterwössen, idyllisch gelegen im Tal der Ache zwischen Reit im Winkl und dem Chiemsee, herrscht zurzeit eine merkwürdige Ruhe. Nur die Wasserpumpen sind überall zu hören. Sie pumpen vollgelaufene Keller leer und entlasten mancherorts sogar kleine Bäche, die nicht mehr ablaufen können, weil die reißende Ache wie eine Staumauer wirkt und das Wasser zurück in den Bachlauf drückt.

Am Sonntag war die Lage verzweifelt. Der Regen hörte einfach nicht auf, das Wasser stieg allerorten immer weiter. Alle Straßen aus und in den Ort waren unpassierbar, weil sie überflutet waren. In vielen Häusern waren die Keller vollgelaufen, das Grundwasser drückte unaufhaltsam. Die Feuerwehr sperrte viele Brücken ab und vertrieb die Schaulustigen, da die Gefahr bestand, dass das Wasser die Bauwerke überspült.

In den umliegenden Gemeinden Raiten, Marquartstein und Staudach mussten wegen des Hochwassers ganze Ortsteile evakuiert werden. Die Bewohner werden hoffentlich im Lauf des Tages in ihre Häuser zurückkehren können.

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